Krautreporter-Wochenrückblick | CETA, deutsche Rüstungsexporte, Deal zwischen AT&T und Time Warner

Was haben wir diese Woche gelernt?

28.10.2016

Belgien stimmt über CETA ab, Deutschland exportiert wieder mehr Rüstungsgüter und AT&T will Time Warner kaufen. Unser Wochenrückblick mit Krautreporter Christian Fahrenbach.

Zähe Einigung rund um CETA

Europa ist ein kompliziertes Gebilde. Dies führt uns der CETA-Vertrag vor Augen, über den auch in Belgien entschieden worden ist. Einfach ist die Abstimmung nicht gewesen, denn es hat die Zustimmung der drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt gebraucht. Dabei hätte Wallonien, eine Region mit 3,6 Millionen Einwohnern, den intensiv verhandelten Vertrag aufhalten können. Die Wallonen hatten beispielsweise bessere Konditionen für Landwirte gefordert. Jetzt haben die Politiker sich geeinigt die Details hinter den Kulissen sind aber unklar.

Die Verhandlungen um CETA zeigen zum einen, wie lang der Weg in Europa bis hin zu einer Einigung sein kann. Sie zeigen aber auch, wie kompliziert es bei TTIP werden kann.

Mehr Rüstungsgüter

Deutschland exportiert wieder mehr Rüstungsgüter. Allein im ersten Halbjahr 2016 sind Exporte für rund vier Milliarden Euro genehmigt worden. Davon gehen Exporte für etwa 1,7 Milliarden Euro an befreundete Länder in der EU, in der NATO oder in NATO-gleichgestellte Staaten.

Weitere Güter im Wert von 2,3 Milliarden Euro werden an Drittstaaten exportiert, darunter eine teure Fregatte nach Algerien und Güter für knapp 500 Millionen nach Saudi-Arabien. Die Hälfte der Länder, in die Deutschland vor allem Rüstungsgüter exportiert, liegt in Spannungsregionen.

Geplante Fusion: AT&T und Time Warner

Zukünftig wird es mehr Unternehmen geben, die uns nicht nur ein Telefonnetz zur Verfügung stellen, sondern auch Videoinhalte dazu anbieten. Das ist zumindest die Idee hinter dem Deal zwischen AT&T und Time Warner. AT&T steht für „American Telephone and Telegraph Company“ früher ein Monopolist in den USA.

Heute beschäftigt der US-amerikanische Netzbetreiber etwa 240.000 Mitarbeiter und will den Unterhaltungsriesen Time Warner für rund 85 Milliarden Dollar kaufen. Bis Ende 2017 soll der Deal abgeschlossen sein. Damit würden ihm nicht nur die Sender HBO und CNN gehören, sondern auch der Comic-Verlag DC. AT&T würde damit auch mehr Gewinne machen, denn Inhalte wie beispielsweise Filme bringen nun mal bessere Margen ein als Telefonnetze.

Über die Themen der Woche die Einigung der Belgier zum CETA-Vertrag, die genehmigten Rüstungsexporte Deutschlands und die geplante Fusion von AT&T und Time Warner hat detektor.fm-Moderator Lucas Kreling mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

Burkina FasoGenerell kann man zusammenfassen, dass immer das Problem mit den Freihandelsabkommen ist: Die Gegner glauben, dass zum Beispiel Standards im Verbraucherschutz nach unten gesenkt werden und sich jeweils an dem unteren Niveau der beiden Paktteilnehmer orientieren.Christian Fahrenbachwarnt vor zu viel Freude in Bezug auf CETA. 

Redaktion: Bianca Rantzsch