Krautreporter-Wochenrückblick | Monsanto, Beckenbauer und Syrien

Was haben wir gelernt?

16.09.2016

Bayer kauft Monsanto, ehrenamtliche Arbeit kann offensichtlich mit mehreren Millionen Euro vergütet werden und in Syrien hat die vereinbarte Waffenruhe gehalten. Was bleibt? Der Wochenrückblick mit Krautreporter Christian Fahrenbach.

Bayer übernimmt Monsanto

Seit dieser Woche ist es offiziell: Der Pharma-Riese Bayer kauft den US-Konzern Monsanto und ist damit weltweite Nummer 1 in der Agrarchemie. 66 Milliarden Dollar hat sich das Leverkusener Unternehmen den Deal mit dem Saatguthersteller kosten lassen. Der Übernahme stehen viele allerdings kritisch gegenüber.

Ein Grund dafür ist nicht zuletzt der schlechte Ruf, den sich der US-Konzern im Laufe der vergangenen Jahre „erarbeitet“ hat. Vor allem das von ihm produzierte Pflanzenschutzmittel Glyphosat hat bei Gesundheits- und Ernährungsexperten für Aufregung gesorgt. Denn es steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Darüber hinaus steht Monsanto auch wegen seines Umgangs mit Konkurrenten in der Kritik. Der US-Konzern soll Mitstreiter aggressiv aus dem Markt drängen und Saatkörner so verändert haben, dass Monokulturen entstehen, für die die Bauern hohe Preise bezahlen müssen.

Beckenbauers Ehrenamt

Seine Tätigkeit im Organisationskomitee für die Fußball-WM 2006 sei ehrenamtlich gewesen, hat Franz Beckenbauer immer wieder betont. Das stimmt nicht – beweisen nun Recherchen des Magazins Der SPIEGEL. 5,5 Millionen Euro hat der „Kaiser“ für seinen Chefposten bekommen. Geld, das er offenbar am Finanzamt vorbeischleusen wollte.

Besonders brisant: Das siebenstellige Honorar stammt aus den Geldern von „Oddset“, dem Sportwettenanbieter der Lottoanstalten, die wiederum den Bundesländern gehören – und letztlich durch Steuereinnahmen finanziert sind.

Waffenruhe in Syrien

Ausnahmsweise gibt es in dieser Woche halbwegs gute Nachrichten aus Syrien. Die vereinbarte Waffenruhe von 48 Stunden pünktlich zum muslimischen Opferfest ist tatsächlich weitestgehend eingehalten und sogar noch einmal verlängert worden. Russland und die USA, die größten internationalen Akteure in Syrien, hatten die Feuerpause ausgehandelt.

Doch es bleibt kompliziert. Vor allem Hilfsorganisationen haben große Schwierigkeiten, die Menschen im Land zu versorgen. Ihre Konvois kommen teilweise nach wie vor nicht zu den Bürgern durch, trotz Waffenruhe.

Über die Themen dieser Woche hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

Burkina FasoWas hinter der Beckenbauer-Geschichte steckt, ist, dass diese Fußballfunktionäre schon seit längerem versuchen, auf Lotteriegelder – und somit Steuergelder – zuzugreifen.Christian Fahrenbachder Journalist und Krautreporter fasst jede Woche für uns die wichtigsten Themen zusammen.  

Redaktion: Friederike Rohmann