Asse: Erhöhte Krebszahlen stellen Atomkraft in Frage

26.11.2010

In der Nähe des niedersächsischen Atommülllagers Asse häufen sich die Krebsfälle. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Atommülllager und den Erkrankungen? Ein Experteninterview.

Noch vor zwei Wochen wurde das Thema Atomkraft kontrovers diskutiert. Gerade war der Castortransport ins Zwischenlager Gorleben gerollt. Dann aber kamen die Terrordrohungen, und die Diskussionen um die Kernenergie waren verstummt. Jetzt ist das Thema Atomkraft wieder da.

Der Strahlenbiologe untersucht hier die Schilddrüse eines Kindes im weißrussischen Gomel. © OHSI - MHM /ddp.Prof. Dr. Edmund LengfelderDer Strahlenbiologe untersucht hier die Schilddrüse eines Kindes im weißrussischen Gomel. © OHSI - MHM /ddp. 

Anlass sind Meldungen aus Niedersachsen. Dort haben sich in der Nähe des maroden Atommülllagers Asse Krebsfälle gehäuft. Das Landesumweltministerium teilte mit, in der Region habe es zwischen 2002 und 2009 mehr Leukämie-Fälle bei Männern gegeben. Die Krankheit sei 18 Mal festgestellt worden, doppelt so oft wie in anderen Regionen. Bei Frauen hätten die Fälle von Schilddrüsenkrebs deutlich zugenommen.

Die Ursachen sollen nun untersucht werden. Wir haben diese aktuellen Meldungen zum Anlass genommen, um mit dem Strahlenbiologen Prof. Edmund Lengfelder über die Strahlung von Atomanlagen zu sprechen. Er ist u.a. Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für Strahlenschutz.

Hören Sie hier Edmund Lengfelder im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christoph Dziedo: