Libyen: Gaddafi steht mit dem Rücken zur Wand – Endrunde eines Diktators?

18.08.2011

Der libysche Diktator lebt im Untergrund, führt Ansprachen noch über das Telefon und plant womöglich seine Flucht aus dem Land. Naht sein Ende? Und sind die Rebellen ausreichend koordiniert, um die Regierung in Tripolis zu stürzen? Eine Momentaufnahme.

Kurz nach seiner Machtergreifung begann Muammar al-Gaddafi in den 1970er Jahren mit der Arabisierung des Landes. Hier sieht man ihn, umgeben vom damaligen syrischen Präsidenten Assad (re.) und Präsident Sadat (li.) von Ägypten.  / Foto: © Roxanna/wikipedia

berichtet als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung aus Nordafrika und dem Nahen Osten.Tomas Avenariusberichtet als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung aus Nordafrika und dem Nahen Osten. 

In Libyen herrscht immer noch Bürgerkrieg. Doch so langsam scheinen die Rebellen ihrem Ziel näher zu kommen. In den vergangenen Tagen haben sie zwei strategische wichtige Städte nahe Tripolis eingenommen und damit die Hauptstadt von den Versorgungsrouten abgekappt.

Außerdem nimmt die Opposition Verhandlungen mit dem Nachbarland Tunesien auf, um eine politische Lösung zu finden. Gaddafi wird also mehr und mehr isoliert. Er reagiert darauf mit dramatischen Kampfaufrufen an das libysche Volk, sich gegen die Rebellen zu mobilisieren. Ist all das ein letztes Aufbäumen des libyschen Diktators?

Über die größten Herausforderungen für die Rebellen und die Lage vor Ort haben wir mit dem Journalisten Tomas Avenarius gesprochen. Er lebt seit sieben Jahren in Ägypten und berichtet für die Süddeutsche Zeitung aus dem Nahen Osten und Nordafrika.