Linksruck in Tschechien? – Milos Zeman wird neuer Präsident

28.01.2013

Nach der ersten direkten Wahl eines tschechischen Präsidenten ist das Land gespalten. Denn der Wahlsieger Milos Zeman ist nicht nur in Tschechien durchaus umstritten.

55 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für Milos Zeman. Foto: © Draceane /  wikimedia   

Am Wochenende haben die Tschechen einen neuen Präsidenten gewählt – mit einem eindeutigen Ergebnis. In der ersten Direktwahl des Präsidenten hat der linke Ex-Ministerpräsident Milos Zeman die meisten Stimmen bekommen. Nach der zehn Jahre dauernden Amtszeit von Vaclav Klaus, könnte die Wahl für die tschechische Politik ein Linksruck sein. Doch so eindeutig ist das nicht.

Für „die unteren 10 Millionen“

berichtet als freier Journalist aus Tschechien und der Slowakei.Kilian Kirchgeßnerberichtet als freier Journalist aus Tschechien und der Slowakei. 

Zwischen 1998 und 2002 ist Zeman Regierungschef einer sozialdemokratischen Minderheitsregierung gewesen. Nach der Wahl hat er erklärt, er wolle der „Präsident aller Bürger“ sein, aber auch, dass er sich für die „unteren 10 Millionen“ Tschechen einsetzen werde.

Die Tschechen sind gespalten

Die Wahl hat das Land gespalten, der neue Präsident gilt bei einigen Beobachtern als umstritten. Die Vertreibung der Sudetendeutschen hat im Wahlkampf für eine hitzige Debatte unter den Kontrahenten Schwarzenberg und Zeman gesorgt.

Über die Hintergründe der Wahl, die politische Lage in Tschechien und die Person Milos Zeman haben wir mit Kilian Kirchgeßner gesprochen. Er ist freier Journalist und lebt in Prag.

Zeman ist vor allem von der älteren Landbevölkerung gewählt worden. – Kilian Kirchgeßner