Erstes Urteil nach zehn Jahren: Wie arbeitet das Weltstrafgericht?

14.03.2012

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat heute sein erstes Urteil gefällt und Thomas Lubanga schuldig gesprochen - zehn Jahre nach Gründung des Gerichtshofes. Aber wie arbeitet die Einrichtung eigentlich?

Das Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag. Foto:© Vincent van Zeijst/wikimedia

ist Professor am Lehrstuhl für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht.Alexander Lorzist Professor am Lehrstuhl für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht. 

Heute hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag den ehemaligen kongolesischen Rebellenführer Thomas Lubanga verurteilt. Von 2000 bis 2009 war er Anführer der Miliz „Union des Patriotes Congolais“. Lubanga wurde schuldig gesprochen, Kinder zwangsrekrutiert und dann in Kämpfen eingesetzt zu haben.

Damit hat das Weltstrafgericht zum ersten Mal ein Urteil gefällt, obwohl es schon seit fast zehn Jahren existiert. Die Arbeitsweise am Internationalen Strafgerichtshof scheint also recht kompliziert und langwierig zu sein. Auch akzeptieren nicht alle Länder der Vereinten Nationen die Institution – nur 120 der 192 UN-Nationen haben die vertragliche Grundlage des Strafgerichtshofes unterzeichnet.

Wie der Internationale Strafgerichtshof arbeitet, haben wir Alexander Lorz gefragt. Er ist Professor für Völkerrecht und Europarecht an der Universität Düsseldorf.