“Ein wahnsinniger Richter will Publicity”

Massenverurteilungen in Ägypten

26.03.2014

Die Menschen in Ägypten kommen nicht zur Ruhe. Nachdem die ägyptische Justiz das Todesurteil von über 500 Menschen bekannt gegeben hat, wird über das Rechtssystem des Landes diskutiert.

Ägypten kämpft weiter: Nach Mubarak und Mursi hat es das Land noch nicht geschafft, sich neu zu ordnen. Das zeigt der jüngste Justiz-Fall: Mehr als 500 Anhänger der Muslimbrüderschaft sind am Montag in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt wurden. Das hat sowohl bei Ägyptern aber auch international Empörung ausgelöst.

Politologe und Drehbuchautor Foto: © Körber-Stiftung/David Ausserhofer"Selbst ägyptischen Politikern und Ministern, die im Regime sind, ist klar dass ein Teil der Muslimbrüder, die eben nicht gewalttätig sind, naürlich in irgendeiner Form langfristig wieder in politische Prozesse integriert werden müssen."Asiem El DifraouiPolitologe und Drehbuchautor Foto: © Körber-Stiftung/David Ausserhofer 

Staatliche Härte gegen Muslimbrüder

Angeklagt sind rund 1500 Muslimbrüder, unter ihnen sind viele prominente Köpfe der Muslimbrüderschaft. Ihnen werden unter anderem Angriffe auf Polizeistationen, Mord an Offizieren, öffentliche Ausschreitungen und Waffenbesitz vorgeworfen. Die Taten sollen sich im vergangenen Jahr im Zuge des Sturzes des alten Staatspräsidenten Mohammed Mursi ereignet haben.

Was die Verurteilung für Ägypten bedeutet und es momentan aussieht, hat uns der Politologe und Autor Asiem El Difraoui im Gespräch erklärt.