Menschen, die keiner will? Zur Flüchtlingspolitik der EU

07.10.2013

Die Situation für Flüchtlinge vor der italienschen Küste ist extrem gefährlich: Das gekenterte Boot mit Flüchtlingen und die mehr als 350 Toten haben die Debatte über die europäische Einwanderungspolitik neu entfacht. Warum lassen wir in Europa solche Katastrophen zu?

Auf unsicheren und überfüllten Booten versuchen Flüchtlinge Europa zu erreichen. Foto: Noborder Network / flickr.com

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Ausländer- und AsylrechtSigrid Gieswissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Ausländer- und Asylrecht 

Deutschland soll mehr Flüchtlinge aufnehmen!“, das fordert der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Sind wir doch schon wieder Zeuge einer Bootskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa geworden. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt, wird aber auf mindestens 350 Menschen beziffert.

Immer wieder passieren solche Unglücke.  Und Italien – zu dem die Insel Lampedusa gehört – ist mit der Flüchtlingssituation offenbar überfordert. Aber den Italienern hilft auch kaum jemand.

Über die Flüchtlingspolitik der EU haben wir mit Sigrid Gies gesprochen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Ausländer und Asylrecht der Universität Konstanz.

Man kann neue Mechanismen finden für die Verteilung von Flüchtlingen – daran wird schon seit Jahren immer wieder garbeitet und es scheitert immer wieder am politischen Willen, weil der nicht da ist. – Sigrid Gies, Universität Konstanz