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War es eine russische Rakete? Der Bericht der internationalen Ermittler legt erdrückende Beweise vor. Foto: Robin van Lonkhuijsen ANP / AFP
Bild: Robin van Lonkhuijsen | ANP / AFP

Bericht zum MH17-Abschuss

„Ein Erfolg für Journalisten“

Ein internationales Ermittlerteam hat seinen Bericht zum Abschuss von Malaysia Airlines Flug MH17 präsentiert. Auch journalistische Recherchen haben zu den Ergebnissen beigetragen.

Abschuss über Kriegsgebiet

Vor vier Jahren ist Malaysia Airlines Flug MH17 über der Ost-Ukraine abgestürzt. Bald gab es kaum noch Zweifel, dass das Flugzeug mit 298 Passagieren von einer Rakete abgeschossen wurde. Allerdings gibt es bis heute zahllose Versionen, woher die Rakete stammt und wer sie abgeschossen hat.

Der Westen und die Ukraine beschuldigen russische Einheiten, die in dem umkämpften Gebiet stationiert waren. Auf der anderen Seite gibt Moskau der ukrainischen Armee die Schuld an dem Absturz. Das tragische Unglück ist mittlerweile zu einem internationalen Politikum geworden. Mit viele Beweisen wird die jeweils andere Seite für den Abschuss verantwortlich gemacht.

MH17-Bericht beschuldigt Moskau

Gestern hat nun das Joint Investigation Team (JIT), eine Gruppe internationaler Ermittler, seinen Bericht vorgelegt. Demzufolge besteht kein Zweifel mehr am russischen Ursprung der Rakete.

Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften (…) haben sich vier Jahre lang mit nichts anderem beschäftigt, als mit diesem Vorfall und der Aufklärung der Vorfälle, die es im ganzen Zusammenhang MH17 gab. Sie haben das so penibel und genau dokumentiert, dass die Ermittler jetzt selbstbewusst sagen: Das ist gerichtsfest. – Demian von Osten, Moskau-Korrespondent der ARD

Die Erkenntnisse des JIT bestätigen auch die Recherchen von investigativen Reportern. So hat zum Beispiel ein Netzwerk namens „bellingcat“ um den Journalisten Elliot Higgins soziale Medien und Augenzeugenberichte gesichtet. Dadurch konnte der Weg der Rakete durch die Ost-Ukraine bis zu ihrem Abschussort nachverfolgt werden.

Doch auch trotz dieser erdrückenden Beweislast hält Moskau weiter an seiner Sicht der Dinge fest. Die Regierung stellt die Ermittlungen in Frage. Und auch ein Brief der Hinterbliebenen von Flug MH17 dürfte daran wohl nichts ändern.

Wie detailliert die Untersuchungen durchgeführt wurden und wer daran beteiligt war, bespricht detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle mit Demian von Osten. Er ist Moskau-Korrespondent für die ARD.

Demian von Osten - ARD-Korrespondent im Studio Moskau

ARD-Korrespondent im Studio MoskauFoto: Fjodor Simmul /ARD-Studio Moskau
Das ist ein Erfolg für diese Gruppe „bellingcat“ und den Briten Elliot Higgins, der im Zusammenhang mit MH17 einfach mit seinem Team eine erstaunliche Arbeit geleistet hat.Demian von Osten

Redaktion: Patrick Ehrenberg

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