Militärische Forschung an Hochschulen und Forschungszentren

Sinkende Militärausgaben - aber mehr Rüstungsforschung an Unis

07.07.2014

Das Verteidigungsministerium hat seit 2010 etwa doppelt so viel Forschungsgelder an Unis und Forschungseinrichtungen vergeben, wie in den Jahren davor. Das scheint aber halb so schlimm.

Damit die Technik der Bundeswehr auch in Extrembedingungen funktioniert, ist viel Forschung nötig. Dabei lässt sich das Bundesministerium der Verteidigung von öffentlichen Forschungseinrichtungen unterstützen.

Foto: SPz Puma in Abu Dhabi von Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. bei Flickr (CC BY-ND 2.0)

Forschungen an Drohnen, Geschossen und Robotern, dazu Kooperationen mit Rüstungsfirmen wie EADS, Eurocopter, Krauss-Maffei und Rheinmetall: an den deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist militärische Forschung offenbar fest verankert.

Das Bundesministerium der Verteidigung hat seit 2010 gut 700 Aufträge an öffentliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen vergeben. Die Aufträge hatten einen Wert von etwa 392 Millionen Euro. Das hat die Linksfraktion im Bundestag als Antwort auf eine Kleine Anfrage bekommen.

Nüchtern betrachtet scheinen die Zahlen kein Grund zur Sorge: Das Verteidigungsministerium hat ein jährliches Forschungsbudget von etwa einer Milliarde Euro. An externe Forschungseinrichtungen gehen davon also gerade einmal zehn Prozent.

Das Perfide an der Antwort auf die Kleine Anfrage: Die genauen Forschungsprojekte dürfen nicht veröffentlicht werden. Das Verteidigungsministerium möchte die genauen Summen und die unterstützten Forschungseinrichtungen geheim halten. Das Ministerium begründet das mit der Sicherheit der Bundeswehr.

Über deutsche Forschung für Rüstungszwecke informiert Sebastian Riehm.