Militärputsch im Niger: Regierungswechsel während des Mittagessens

26.02.2010

Im Niger fand diese Woche ein Militärputsch statt. Die Regierung dort ist entmachtet. Über die aktuelle Situation und die Arbeit im Land sprachen wir mit einem deutschen Entwicklungshelfer vor Ort.

Die Hauptstadt des Niger, Niamey, bei Nacht. / © CC (diasUndKompott)

Im Niger wurde diese Woche die amtierende Regierung entmachtet. Ein Militärputsch stürzte Präsident Mamadou Tandja und setzte die Verfassung, mit der sich der Präsident eine Verlängerung der Amtszeit verschafft hatte, außer Kraft. Der Präsident, der Premierminister und der Finanzminister sind nach wie vor in Gewahrsam. Seit gestern herrscht im Niger ein „Oberster Rat zur Wiederherstellung der Demokratie“. Die Ziele des Rates lauten: Demokratie, eine gute Regierungsführung sowie die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung. So schnell wie möglich soll eine zivile Übergangsregierung geschaffen werden, danach dann wollen sie eine Verfassung ausarbeiten und schließlich freie Wahlen. Karl-Heinz Siekmann arbeitet für den Deutschen Entwicklungsdienst im Niger, er ist dort der zuständige Landesdirektor, und wir haben ihn gefragt, wie er die Lage einschätzt.

Der ehemalige General kam 1999 selbst durch einen Putsch an die Macht. Nachdem er sich jahrelang viel Vertrauen weltweit erworben hatte, änderte er ab 2008 seinen Kurs. Zwischenzeitlich hatte er die Verfassung außer Kraft gesetzt und mit Notstandsgesetzen regiert. Seit dieser Woche ist Tandja entmachtet. / © CC, White House photo by Eric DraperPräsident Mamadou TandjaDer ehemalige General kam 1999 selbst durch einen Putsch an die Macht. Nachdem er sich jahrelang viel Vertrauen weltweit erworben hatte, änderte er ab 2008 seinen Kurs. Zwischenzeitlich hatte er die Verfassung außer Kraft gesetzt und mit Notstandsgesetzen regiert. Seit dieser Woche ist Tandja entmachtet. / © CC, White House photo by Eric Draper