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Foto: chanasorn jele / shutterstock
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Mission Energiewende | Klima und Sicherheit

Fluchtursache Klimawandel

Der Klimawandel führt dazu, dass es mehr und mehr zu Überschwemmungen, Dürren und anderen Extremwetterereignissen kommt. Konflikte um Ressourcen wie Wasser nehmen dadurch zu. Der Klimawandel ist zum sicherheitspolitischen Problem geworden.

Präsentiert von

„Mission Energiewende“ ist ein Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Deutschland. Eine Kooperation mit dem WWF Deutschland.

Klima und Sicherheit

Der Klimawandel verändert unsere Umwelt – das ist bekannt. Er führt dazu, dass lebenswichtige Ressourcen wie Süßwasser oder fruchtbarer Boden in vielen Regionen stark zurückgehen werden. Nun besteht die Befürchtung, dass es zu immer mehr  Konflikten kommen wird um genau diese Ressourcen. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und bewaffneten Konflikten hat man bis jetzt allerdings noch nicht feststellen können.

Meistens spielen mehrere Faktoren in einen Konflikt hinein, und der Klimawandel kann die Situation noch einmal zusätzlich verschärfen. Wie zum Beispiel am Tschadsee. Der See, der in den Ländern Nigeria, Niger, Kamerun und Tschad liegt, ist seit 1963 um 90 Prozent geschrumpft.

Dort haben sich auch terroristische Vereinigungen gegründet. Und der Stressfaktor, den der Klimawandel dann hinzubringt, der weitere Rückgang des Sees: Das kombiniert mit schwieriger Versorgungslage und fehlenden Einkommensmöglichkeiten. Das ist ein konkretes Beispiel.

Susanne Dröge von der Stiftung Wissenschaft und Politik

Susanne Dröge von der Stiftung Wissenschaft und Politik

Umstritten ist, inwiefern sich Konflikte und der Klimawandel auf Migration auswirken. In den meisten Fällen ist es extrem schwierig, Menschen zu identifizieren, die allein aufgrund von Umweltfaktoren abwandert sind.

Es gibt vereinzelte Fälle, die wir kennen, wo jetzt schon deutlich wird, dass sich Lebensregionen so stark verändern, dass dort kein Leben mehr möglich ist. Das wird noch zunehmen. Momentan ist noch alles bewohnbar, aber die Tendenz geht dahin.

Franziska Fabritius, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Konrad Adenauer Stiftung

Franziska Fabritius, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Konrad Adenauer Stiftung

Deutschland im UN-Sicherheitsrat

Seit Anfang letzten Jahres hat Deutschland einen Sitz im UN-Sicherheitsrat inne. Der Sicherheitsrat darf bindende Resolutionen erlassen, wie zum Beispiel die Entsendung der Blauhelme. Für die kommenden zwei Jahre hat sich Außenminister Heiko Maas (SPD) verschiedene Dinge vorgenommen: Unter anderem möchte er das Thema Klima und Sicherheit im Sicherheitsrat präsenter machen. Er fürchtet zunehmende Konflikte um Ressourcen und fordert eine nachhaltige Außenpolitik. Dazu gehöre, dass der Sicherheitsrat nicht nur auf die Klimakrise reagieren, sondern auch präventiv dagegen arbeiten solle.

 

Welche Folgen der Klimawandel sicherheitspolitisch haben kann, darüber hat Redakteurin Lena Jansen mit Susanne Dröge von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesprochen. Eine konkrete Folge könne sein, dass immer mehr Menschen umweltbedingt ihren Wohnort verlassen müssen. Davon hat Franziska Fabritius erzählt. Sie forscht zu Umweltmigration bei der Konrad-Adenauer Stiftung. Nachzuhören im Gespräch mit Mission Energiewende-Moderatorin Sophie Rauch.