Misstrauensvotum gegen Theresa May

Ja zu May, ja zum Brexit?

13.12.2018

Theresa May hat das Misstrauensvotum gegen sich gut überstanden. Heißt das auch, dass Ruhe in das Brexit-Hin-und-Her einkehrt?

Ruhe reinbringen …

Am Mittwoch Abend ging es um alles oder nichts für Theresa May: Vertraut ihr die Fraktion noch oder nicht? Die Konservativen haben sich im Vorfeld bemüht und genug Stimmen gesammelt, um ein Misstrauensvotum gegen sie durchzuführen. Bei der Abstimmung war dann aber der Anteil derer, die sich hinter May gestellt haben, größer. 200 Stimmen für Ja und 117 Stimmen für Nein.

Das ist kein besonderes Vertrauensvotum, wenn auch das Misstrauensvotum ihrer eigenen Partei damit gescheitert ist. Sie lebt weiter, aber ist eine lebende Tote. – Jürgen Krönig, freier Journalist für Die Zeit, ARD und BBC

Deshalb bleibt May in ihrem Amt als Fraktions-Chefin und damit auch Premierministerin. Für mindestens ein Jahr sollten die Diskussionen um ihre Person in diesen Ämtern also ruhiger werden. Solange darf nämlich kein neues Votum angestrebt werden.

Ist das ein Ja zum Brexit?

Unweigerlich stellt sich auch die Frage, ob das Ja zu Theresa May auch ein Ja zum Brexit bedeutet. Denn entzündet sich ein Haupteil der Kritik an ihr, vor allem von Seiten der Konservativen. Und daran wird auch das Vertrauensvotum nicht viel geändert haben.

Ich sehe es immer noch durchaus als eine reale Möglichkeit, dass am Ende dieses schmerzlichen Prozesses doch keine Zustimmung zu dem Deal, der ausgehandelt wird, da sein wird. Und dass Großbritannien vielleicht dann doch brutal austritt, ohne Deal. – Jürgen Krönig

Was das Ja im Vertrauensvotum zu Theresa May für den Brexit bedeutet, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit Jürgen Krönig gesprochen. Er ist freier Journalist in London und arbeitet für Die Zeit, die ARD und BBC.

ist Journalist und England-Korrespondent u.a. für die Wochenzeitung «Die Zeit».Ich sehe, dass Freundschaften auseinander brechen, dass Familien tief gespalten sind, dass viele Menschen nicht mehr miteinander reden. Ich habe so eine Situation noch nie erlebt. Jürgen Krönigist freier Journalist in London und beobachtet das Brexit-Hin-und-Her genau.