Mos Maiorum: Europas Flüchtlingskontrollen

"Europaweite Flüchtlingsjagd"

13.10.2014

50 Millionen Menschen sind zur Zeit weltweit auf der Flucht vor Kriegen und sozialer Not. Die EU reagiert darauf mit einer verschärften Grenzkontrollaktion - "Mos Maiorum". Dabei wird sowohl nach Flüchtlingen als auch nach Schleppern gefahndet.

Über 50 Millionen Menschen auf der Flucht

Über 50 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind momentan auf der Flucht – so viele Menschen sind seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr geflüchtet. Der Weg vieler führt dabei nach Europa und nach Deutschland. Die Traumatisierung ist groß, ebenso die Unsicherheit wie es wohl in der möglichen neuen Heimat weitergeht. Heute startet nun eine groß angelegte Polizeiaktion der Europäischen Union, die Polizei soll in den nächsten zwei Wochen verschärft nach illegal eingereisten Migranten fahnden.

Nach „Archimedes“ nun „Mos Maiorum“

Erst vor wenigen Wochen ist die Aktion „Archimedes“ zu Ende gegangen. Das war eine Großaktion der Bundespolizei, bei der, in  Zusammenarbeit von 28 EU-Staaten, den USA, Australien und der Schweiz, 241 Flüchtlinge und mehrere mutmaßliche Schleuser registriert worden sind. Nun folgt also die nächste groß angelegte Grenzkontrollaktion in Europa namens „Mos Maiorum„. Die Bundespolizei fahndet nach illegalen Migranten und Schleusern. Neu dabei ist, dass die persönlichen Daten der Flüchtlinge, ihr Fluchtweg, die genutzten Transportmittel und im besten Fall auch die Fluchthelfer in einem Dokument erfasst werden. Die gesamten Flüchtlingsdaten sollen bis Mitte Dezember diesen Jahres ausgewertet sein.

Ursache und Wirkung

Was mit den erhobenen Daten geschieht und warum verschärfte Grenzkontrollen einer durchdachten Flüchtlingspolitik vorgezogen werden, darüber haben wir mit Karl Kopp, dem Europareferenten der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, gesprochen.

Karl KoppKarl KoppEuropareferent der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl