Nach Merkels Machtwort: FDP lässt sich nicht den Mund verbieten

14.09.2011

Einigkeit sieht anders aus: CDU und FDP widersprechen sich öffentlich beim Thema Griechenland. Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Fricke, findet im Interview deutliche Worte: "Wir sind konsequenter". Ein Gespräch über den Kurs der Liberalen und die Zukunft der Regierungskoalition.

Otto Fricke ist parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Foto: © Studio Kohlmeier.

Die Stimmung in der Regierungskoalition ist angespannt. FDP-Parteichef Philipp Rösler hat am Wochenende eine mögliche Insolvenz Griechenlands ins Gespräch gebracht. Dem folgte ein Machtwort von Kanzlerin Merkel, die Spekulationen über eine Zahlungsunfähigkeit der Griechen nicht aufkommen lassen will. Damit schade man nur den Finanzmärkten. Auch von Seiten der SPD und der Grünen hagelte es Kritik an den Äußerungen Röslers.

Einige in der FDP stört das offenbar wenig: Rösler erhält Unterstützung von Parteigrößen wie Generalsekretär Christian Lindner und Fraktionschef Rainer Brüderle. Die Liberalen wollen sich kein „Denkverbot“ auferlegen lassen – und zeigen sich wenig beeindruckt vom Machtwort der Kanzlerin. Wie sieht die Zukunft der Regierungskoalition aus, und was bezweckt die FDP mit dem aufmüpfigen Kurs gegen die CDU?

Diesen und anderen Fragen stellt sich Otto Fricke, parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der FDP, im Live-Interview mit detektor.fm.

Wir müssen doch Schaden vom Volk abwenden. Und das heißt nicht Schaden vom Finanzmarkt, das heißt (…) dass der Bürger, der uns gewählt hat, das Gefühl haben muss: die haben ne klare Linie. Und dann kommt die Koalition. Das heißt: wir arbeiten daran, dass es das geordnete Verfahren gibt. Und wir sagen ehrlich: wenn die Griechen das nicht schaffen, dann werden wir als FDP eben nicht unendlich weitermachen und deutsches Steuergeld da reinpumpen.