NATO: Gutachten beunruhigt Experten

Sind wir gegen Russland nur "bedingt abwehrbereit"?

19.05.2014

Was passiert, wenn Russland in das Baltikum einmarschiert? Ein Szenario, das gerade in den letzten Wochen Bundesregierung und NATO verstärkt beschäftigt. Ein internes Papier offenbart Befürchtungen: demnach soll das Militärbündnis nur "bedingt abwehrbereit" sein. Stimmt das? Oder betreibt die NATO hier nur PR in eigener Sache?

Anders Fogh Rasmussen ist seit 2009 Generalsekretär der NATO. Als Militärbündnis hat die NATO naturgemäß Interesse an großen Militärausgaben. Foto: Daniel Mihailescu / AFP

Laut Artikel 5 des NATO-Vertrages tritt der Bündnisfall ein, sobald ein Mitgliedsstaat angegriffen wird. Das heißt: Sollte Russland die 2004 dem transatlantischen Militärbündnis beigetretenen Staaten Lettland, Estland oder Litauen angreifen, muss die NATO eingreifen. Was sich zunächst unrealistisch anhört, wird derzeit ernsthaft von Bundesregierung und NATO diskutiert.

Eine zu schwache NATO?

findet einen offenen Einmarsch Russlands in das Baltikum unrealistisch.Thomas Wiegoldfindet einen offenen Einmarsch Russlands in das Baltikum unrealistisch. 

Fürchten sich die östlichen Mitgliedsstaaten tatsächlich vor einem Einfall Russlands? Oder hat die NATO eventuell auch eigene Interessen, auf militärische Defizite hinzuweisen – hat sie doch als Militärbündnis naturgemäß auch ein Interesse an großen Militärausgaben

Und so könnte hinter den aktuellen Meldungen auch das Bemühen stehen, die Mitgliedsstaaten zu höheren Militärausgaben zu bewegen. Darüber haben wir mit Thomas Wiegold gesprochen, der das Bundeswehr-Watchblog „Augen-Geradeaus“ betreibt.