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NATO-Panzer rollen am 8. Februar über belgische Straßen in Richtung Deutschland. Foto: Robin van Lonkhuijsen | ANP/AFP
Bild: Robin van Lonkhuijsen | ANP/AFP

Neues NATO-Quartier in Deutschland

Straßen und Brücken für den Ernstfall

Seit dem Ukraine-Konflikt hat sich die Sicherheitslage in Europa verändert. Im Baltikum wächst die Angst vor einem Einmarsch Russlands. Die NATO reagiert darauf und plant eine neue Kommandozentrale mitten in Deutschland.

Kommandozentrale in Bonn

Am Mittwoch beraten die NATO-Außenminister in Brüssel über ein Logistikzentrum in Deutschland. Genauer: in Bonn. Dort soll eine Logistik-Kommandozentrale entstehen. Denn seit dem Einmarsch Russlands auf der Krim hat sich die Sicherheitslage in Europa massiv verändert.

Die NATO und Russland stehen sich jetzt schon wieder relativ, ich will nicht sagen feindlich, aber doch als Gegner gegenüber. – Johannes Varwick, Sicherheitsexperte über das Verhältnis zwischen NATO und Russland

Vor allem im Baltikum geht seitdem die Angst um, Russland könnte auch Lettland, Estland oder Litauen annektieren. Und da die drei Länder seit der Osterweiterung ebenfalls NATO-Mitglieder sind, müsste das Verteidigungsbündnis im Angriffsfall schnellstmöglich eingreifen können. Doch das ist offenbar nicht so einfach.

 Infrastruktur ausbauen

Denn marode Brücken und Straßen tragen die schweren Panzer der Streitkräfte kaum. Die Infrastruktur muss entsprechend angepasst werden. Genau das forderte der ehemalige NATO-General Ben Hodges kurz vor seinem Abschied. Er warnte Deutschland, dass die marode Infrastruktur hierzulande mitschuld wäre, wenn Russland das Baltikum angreife und Truppen nicht schnell genug Richtung Osten verlegt werden könnten.

Durch den Bau des neuen Quartiers soll sich das ändern. Denn damit verbunden wäre auch die Sanierung deutscher Straßen und Brücken. Auch Bahntrassen könnten davon profitieren. Und damit die deutsche Bevölkerung.

Über die genauen Pläne der NATO und wie sich die auf Deutschland auswirken, hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit dem Sicherheitsexperten Johannes Varwick gesprochen. Johannes Varwick ist Vorsitzender des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Johanns Varwick - über die strategisch wichtige Lage Deutschlands.

über die strategisch wichtige Lage Deutschlands.
Bei der Frage nach der Logistik spielt Deutschland traditionell eine große Rolle. Und Deutschland hat jetzt offenkundig angeboten, dass man im Raum Köln-Bonn eine Logistik-Kommandozentrale einrichtet.Johanns Varwick