Lissabon-Konvention: Anerkennung von Studienleistungen wird einfacher

02.10.2012

Nach Bologna kommt Lissabon: und damit für Studierende eine entscheidende Verbesserung. Will eine Hochschule fremde Studienleistungen oder Anschlüsse nicht anerkennen, muss sie das künftig begründen. Eine Beweislastumkehr, denn bisher müssen Studenten darum kämpfen.

Die Anerkennung von ausländischen Hochschulabschlüssen ist für Studenten oft ein großer Aufwand. Foto: © Martin Oeser/dapd

Seit 1997 gibt es die Lissabon-Konvention: Das Abkommen soll Studenten helfen, sich im Ausland erbrachte Leistungen oder Hochschulabschlüsse unbürokratisch anerkennen zu lassen.

Häufig ist das Gegenteil der Fall: Viele Studenten müssen darum kämpfen, ihre Studienleistungen aus einem Auslandssemester oder den Hochschulabschluss angerechnet zu bekommen.

Durch die Lissabon-Konvention liegt die Beweislast nun bei der Universität – sie muss den Studenten künftig nachweisen, warum ihre erbrachten Leistungen oder Abschlüsse nicht anerkannt werden.

Vor kurzem hat auch Deutschland das völkerrechtliche Abkommen ratifiziert.

Viele Universitäten wissen gar nicht, dass es die Lissabon-Konvention gibt. (Andreas Keller)

Über die Lissabon-Konvention und welche Probleme damit nun auf Hochschulen zukommen können, haben wir mit Andreas Keller gesprochen. Er ist Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.