Neues Ministerium, neue Agenda – Der Wandel des Sigmar Gabriel

Umweltschutz adé? Des Sigmars neue Ziele

19.06.2014

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist der neue Liebling der deutschen Industrie. Von den grünen Zielen des ehemaligen Umweltminister ist dabei wenig übrig geblieben. Ist der SPD-Politiker zum Mann der Wirtschaft geworden?

Sigmar Gabriel ist mächtiger denn je. Foto: Center for American Progress Action Fund Flickr |Lizenz: CC BY-ND 2.0

Wirtschaft über Umwelt

Sigmar Gabriel hat eine politische 180-Grad Drehung hingelegt. Als Umweltminister unterstützte er die Ökostrombranche und lehnte eine Einführung des umstrittenen „Fracking“ in Deutschland ab.

Mit dem Wechsel zum Wirtschaftsminister änderte sich so einiges: Gabriel will die Energiewende grundlegend reformieren, posiert bei Automessen mit deutschen Luxuskarossen und will pünktlich zur WM noch schnell die umstrittene Schiefergas-Förderung unter Auflagen erlauben. Bei den deutschen Unternehmen kommt das gut an.

Kommt nach dem Superministerposten das Kanzleramt?

Sigmar Gabriel ist fast ganz oben angekommen. Er gilt als der einflussreichste Minister in Angela Merkels Kabinett. Doch es scheint, als habe er noch mehr Ambitionen. Das Kanzleramt 2017 ist für ihn so greifbar wie nie zuvor. Stellt er sich womöglich auch deswegen schon jetzt mit der deutschen Industrie gut?

Über die politische Kehrtwende Gabriels haben wir mit Malte Kreutzfeld gesprochen. Er ist Parlamentskorrespondent für Wirtschaft und Umwelt bei der taz und Autor des kürzlich im Knaur-Verlag erschienenen Buchs „Das Strompreis-Komplott„.


Malte KreutzfeldtMein Eindruck ist schon, dass es Sigmar Gabriel vor allem um einen Imagewandel in Richtung "Ich kann auch Wirtschaft" geht.Malte KreutzfeldtParlamentskorrespondent für Wirtschaft und Umwelt bei der Tageszeitung taz