Überraschung: Nordkorea will mit Südkorea verhandeln

06.06.2013

Nach Monaten des Drohens und Provozierens scheinen sich die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea zu entschärfen. Die Regierung in Pjöngjang will mit dem "Klassenfeind" verhandeln – auch, weil es anscheinend eine Hungersnot gibt.

Diese Straße verbindet die südkoreanische Grenzstadt Paju mit dem nordkoreanischen Industriepark Kaesong. Foto: © Jung Yeon-Je/AFP

arbeitet als Asien-Experte für die Zeitung «Die Welt».Daniel-Dylan Böhmerarbeitet als Asien-Experte für die Zeitung «Die Welt». 

In den letzten Monaten hat Nordkorea eine ganze Menge dafür getan, um die Beziehung zu seinem Nachbarn Südkorea zu zerstören – Raketentests, Provokationen und schlussendlich die Schließung des Industrieparks Kaesong.

Seit diesem Vorfall vor zwei Monaten ist es im Fernen Osten still geworden. Doch nun hat das Regime von Staatspräsident Kim Jong Un angekündigt, wieder mit Südkorea zu verhandeln.

Dabei geht es vor allem um das für die nordkoreanische Wirtschaft so wichtige Kaesong. Nur über diese Sonderwirtschaftszone kommt Pjöngjang an Devisen.

Seoul begrüßt Vorgehen

Südkorea hat bereits verkündet, dass man sich mit Nordkorea an einen Tisch setzen wolle. Aus Seoul gab es desweiteren Lob dafür, dass sich Nordkorea dem Nachbarn annähert.

Aber warum die plötzliche Kehrtwende? Hat das vielleicht mit einer erneuten Hungersnot in Nordkorea zu tun? Fragen, die uns Daniel-Dylan Böhmer beantwortet hat. Er ist Asien-Redakteur bei der Zeitung «Die Welt».

Man hat den Eindruck, dass  man alle zwei Wochen ein anderes Nordkorea erlebt. – Daniel-Dylan Böhmer, Die Welt