NRW startet Islamunterricht – religiöse Gleichberechtigung?

21.08.2012

Nordrhein-Westfalen führt als erstes Bundesland Islamunterricht ein. Damit gibt es jetzt neben katholischer und evangelischer auch eine islamische Religionslehre. Ist das ein Schritt zur Gleichberechtigung von Religionen?

Wird der Koran demnächst auch im Schulunterricht gelesen? Foto: © Jörg Koch/dapd

hat mehrere Monografien und Beiträge in Sammelbänden zum Thema Islamunterricht in Schulen verfasst.Michael Kieferhat mehrere Monografien und Beiträge in Sammelbänden zum Thema Islamunterricht in Schulen verfasst. 

Morgen fängt in Nordrhein-Westfalen der Unterricht wieder an und das mit einer wichtigen Neuerung. Denn es ist dann das einzige Bundesland mit Islamunterricht.

In Nordrhein-Westfalen wird schon länger Islamkunde unterrichtet. Anders als katholische oder evangelische Religion durften Lehrer in dem Fach Islamkunde jedoch keine religiösen Werte vermitteln. Das lag vor allem daran, dass es noch keine einheitliche islamische Religionsgemeinschaft gibt, die ihre Religion gleich der christlichen Kirchen vertreten kann.

Diese rechtliche Hürde nahm die Landesregierung, indem sie übergangsweise einen Beirat gründete. Dieser besteht aus jeweils vier Vertretern der islamischen Verbände und der Landesregierung. Er soll bis Juli 2019 bestehen und Inhalte für den Islamunterricht vorgeben.

Kritiker bemängeln, dass bisher nur sehr wenig ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen und der Lehrplan nicht vor 2013 fertiggestellt werden kann.

Wie der Unterricht aussehen soll und ob er ein Schritt in die richtige Richtung ist, darüber haben wir mit Michael Kiefer gesprochen. Er ist Islamwissenschaftler und Publizist.