Beate Zschäpe und der NSU-Prozess

Rechtsextreme Frauen werden unterschätzt

08.05.2014

Frauen werden oft als unpolitisch, passiv und friedliebend eingeschätzt. Deshalb wird ihre Rolle in der rechtsextremen Szene unterschätzt. Das zeigt eine Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung - am Beispiel von Beate Zschäpe.

Rechtsextreme gehören in Dortmund immer häufiger zum Stadtbild. Foto: flickr.com | CC BY-SA 2.0

von der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung."Es gibt einige Geschichten, in denen Frauen aus einer Rasterfahndung herausgenommen wurden. Es wird gar nicht weiter nachgegangen, weil man davon ausgeht, dass Frauen nicht relevant rechtsextreme Einstellungen oder Handlungen vertreten können."Heike Radvanvon der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung. 

Vor knapp einem Jahr hat der Prozess gegen Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht in München begonnen. Sie ist die einzige Überlebende des Trios, das sich „Nationalsozialistischer Untergrund“(NSU) nannte. Unter anderem muss sich Zschäpe wegen der Mittäterschaft in zehn Mordfällen verantworten. Der rechtsextremistische Hintergrund der Taten war Polizei und Justiz lange Zeit verborgen geblieben.

Ein Grund dafür liegt möglicherweise darin, dass Beate Zschäpe lange nur als Mitläuferin wahrgenommen wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung, die die Wahrnehmung von rechtsextremen Frauen in der Öffentlichkeit untersucht. Demnach werden sie oft übersehen und unterschätzt.

Warum Frauen so oft politische Passivität unterstellt wird, darüber haben wir mit Heike Radvan gesprochen, die an der Studie mitgeabeitet hat.