Organspende – Hilft eine Äußerungspflicht?

08.03.2011

Das Bundesgesundheitsministerium startet eine Kampagne für Organspende. Wie gestaltet sich also die aktuelle Situation hier?

Ein Organspendeausweis schafft Klarheit und rettet Leben. © Volker Hartmann/ddp

Pro Jahr warten in Deutschland knapp 12.000 Menschen auf eine Organspende, doch nur 4000 Organe können auch wirklich transplantiert werden. Der Grund: nur ein Viertel der Bundesbürger besitzt einen Organspendeausweis. Das will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) gemeinsam mit Gesundheitsminister Rösler jetzt ändern. Mit einer bundesweiten Kampagne sollen mehr Menschen dazu bewegt werden, einen Organspendeausweis mit sich zu führen, denn an der Spendebereitschaft der Deutschen liegt der Spendermangel nicht. Vielmehr scheint Organspende ein Thema, das viele Deutschen vor sich herschieben.

Parrallel dazu diskutiert der Deutsche Ethikrat darüber, die Regelungen zur Organspende zu ändern. Statt der bisherigen Regelung erwägt der Rat die Einführung einer Äußerungspflicht. Konkret bedeutet das, dass jeder dazu verpflichtet ist, zu sagen, ob er seine Organe spenden möchte, oder nicht. Eine weitere Lösung wird in Spanien bereits seit längerem angewendet: Dort wird jeder Bürger, sofern er keinen Widerspruch einlegt, automatisch als Organspender eingestuft.

Wie sinnvoll eine Neuregelung ist und wie die Deutschen zum Thema Organspende stehen hat Thomas Kramer herausgefunden: