Talkshow-Studie: Jauch, Maischberger und Will – journalistischer Einheitsbrei?

16.08.2011

Die Polit-Talks im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden immer austauschbarer. Eine Studie belegt nun: Gäste und Themen sind stets die gleichen. Daran wird auch Günther Jauch nichts ändern.

Anne Wills Platz bleibt ab September leer - dann übernimmt Günther Jauch den beliebten Sendeplatz am Sonntagabend in der ARD. /Foto: © Sebastian Willnow/ dapd

Sonntag, 21 Uhr 45, kurz nach dem Tatort: Anne Will stellt die Gäste ihrer Talkrunde vor. Manch genervter Fernsehzuschauer nimmt das zum Anlass wegzuschalten. Man sieht doch bloß immer die gleichen Gesichter, meistens Politiker, selten Leute aus der Wirtschaft. Sie sprechen über Themen, die während der ganzen Woche schon in den Medien waren. In einem Monat soll Günther Jauch den beliebten Sendeplatz am Sonntagabend bekommen – auch mit einer Talkshow. Damit strahlt die ARD dann fünf Talkrunden in der Woche aus.

Die Folge: Die Darstellung von Politik durch das Fernsehen wirkt einseitig und verdrängt andere journalistische Formate.

Doch woher kommen die immer gleichen Gästekonstellationen bei „Hart aber fair“, “Menschen bei Maischberger“ und „Beckmann“? Wie kam es überhaupt zu einer solchen Fülle an Polit-Talkshows? Diesen Fragen ist Bernd Gäbler nachgegangen. Der ehemalige Leiter des Grimme Instituts hat seine Ergebnisse in der Studie  „und unseren täglich Talk gib‘ uns heute!“ zusammengefasst, die von der Otto-Brenner-Stiftung veröffentlicht wurde. Was er herausgefunden hat und welche Folgen er für die deutsche Medienlandschaft sieht, erklärt er im Interview.

Die Fülle von Talkshows, die dann Tag für Tag dasselbe Thema behandeln, entwertet die einzelne Sendung. (Bernd Gäbler)