Panama Papers, der israelische Film „Oriented“ und die HBO-Serie „Vinyl“

"Wir glauben nicht, dass sich hinter den Panama Papers eine große Verschwörung abzeichnet."

06.04.2016

Die Panama Papers befinden sich in den Händen des Recherche-Verbunds aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR. Andere deutsche Medien haben keinen direkten Zugriff auf sie. Warum das kritisiert werden muss, aber kein Grund für Verschwörungstheorien ist, erklärt Ambros Waibel von der taz.

Panama Papers als Medien-Verschwörung?

Sie prangen über allen wichtigen Schlagzeilen dieser Woche: die Panama Papers. Der Recherche-Verbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR hat in Zusammenarbeit mit internationalen Medien wie dem Guardian und Le Monde über ein Jahr an den Geheimdokumenten über geheime Briefkastenfirmen recherchiert.

Öffentlich machen, will man die Panama Papers allerdings nicht. Somit hat sich ein Macht-Vakuum im internationalen Journalismus aufgetan, das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), dem diese Medien angehören, wird zum Meinungsmacher. Nun wird Kritik an der Geheimhaltung laut:

Da wird dann gesagt: Diese Papier sind Geheimdienst-lanciert. Da kommen die USA nicht vor, da kommen kaum Deutsche vor, da geht es vor allem gegen Putin und gegen China. Wir sind nicht dieser Meinung. Wir glauben, dass in den Panama Papieren eine Menge Wichtiges drin steckt. – Ambros Waibel, taz-Meinungs- und Kulturredakteur

Politische Popkultur: „Oriented“ & „Vinyl“

Die Kulturredaktion der taz beschäftigt sich in dieser Woche mit der israelischen Dokumentation „Oriented“, die vom Leben dreier homosexueller Palästinenser in Tel Aviv erzählt. Außerdem wird die neue HBO-Serie „Vinyl“ unter die Lupe genommen und vor allem das fragwürdige Männer-Bild kritisiert, das sie zeichent.

Über die Debatten der Woche hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler mit Ambros Waibel gesprochen. Er ist Kultur- und Meinungsredakteur bei der taz.

Portrait von Ambros Waibel in seinem Arbeitszimmer in Berlin Kreuzberg.Wir sind selbst nicht an diesem Recherche-Verbund beteiligt gewesen. Das heisst auch, wir können nur peu á peu nacharbeiten, was dabei rauskommt.Ambros WaibelKultur- und Meinungsredakteur bei der taz.