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Wir brauchen eine neue Drogenpolitik in Deutschland, sagt Anna Feist. Wie soll sie aussehen? Foto: Ruslan Galiullin / shutterstock.com
Bild: Ruslan Galiullin | shutterstock.com

piqd Hintergrund | Drogenpolitik, Stalking-Apps, „Baseballschlägerjahre“

„Ich habe nie geglaubt, dass sie verschwinden“

Für die 31. Folge des piqd Hintergrunds hat Florian Schairer mit Anna Feist, Chris Köver und Daniel Schulz über ihre Beiträge gesprochen. Dabei geht es um Drogenpolitik, Stalking-Apps und Jugenderfahrungen mit Rechten in Ostdeutschland.

Brauchen wir eine neue Drogenpolitik?

Anna Feist hat für das ZDF eine halbstündige Fernsehreportage gedreht. Sie stellt darin nicht nur die aktuelle deutsche Drogenpolitik in Frage und zeigt deren Schwächen auf, sondern führt Beispiele an, wie und was geändert werden könnte. Dafür hat sie Polizisten in Niedersachsen besucht, einen Drogenumschlagsplatz in Westafrika gesehen und unter anderem mit einem drogensüchtigen Töpfer in Portugal und einer heute „cleanen“ Mutter aus Deutschland gesprochen.

Es ist doch im Moment so, dass wir in einem Land leben, wo es mehr Drogenkonsumenten gibt denn je, die Dinge konsumieren, die stärker dosiert sind denn je und allein das sind ja keine Indikatoren für eine gute Drogenpolitik.Anna Feist

Digitale Gewalt mittels Überwachungs-Apps

Es gibt ein recht großes Angebot an kommerziellen „Stalkerware“-Apps, mit denen etwa Eltern ihre minderjährigen Kinder überwachen können. Das ist rechtlich sogar erlaubt. Diese Apps werden aber auch illegal missbraucht, um Erwachsene auszuspionieren. Die Hersteller nehmen dies wissend in Kauf, wie Chris Köver von Netzpolitik.org ausführt.

Es ist wichtig zu betonen, dass das Gewalt ist. […] Dieser ganze Bereich Stalkerware ist eine Art von Gewalt, die sehr wenig sichtbar ist.Chris Köver

„Nazi werden ist kein Determinismus“

Daniel Schulz hat 2018 einen sehr persönlichen Text über seine Jugend in Brandenburg geschrieben und damit einen Nerv getroffen. Mittlerweile hat er dafür Preise erhalten und der Deutschlandfunk hat ein Feature produziert. Das Besondere an Schulz‘ Text ist der ehrliche und offene Umgang mit den „Baseballschlägerjahren“, wie die Zeit in den 90er Jahren mittlerweile auf Twitter betitelt wird. Mit Florian Schairer spricht er über den Auslöser für seinen Text, über die Parallelen zu heute und die Reaktionen nach der Veröffentlichung.

Wir haben ja auch gelernt, wie es richtig geht. […] ‘Widerstand oder Tod’. Und die ganzen 90er sind ein einziger Bruch mit diesen Werten: Wegschauen, leugnen, teilweise selbst mitmachen.Daniel Schulz

Alle Geschichten in voller Länge gibt es im neuen piqd Hintergrund, moderiert von Florian Schairer.

Redaktion: piqd // Florian Schairer & Maximilian Rosch 


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