Tag der Befreiung | Motorradklub Nachtwölfe fahren nach Berlin

Wölfe in Lederkutten

27.04.2015

Am 8. Mai ist "Tag der Befreiung". Zum 70-jährigen Jubiläum des Jahrestages, mit welchem dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht wird, wollen die "Nachtwölfe", ein russischer Motorradklub, die Marschroute der Roten Armee von Moskau nach Berlin wiederbeleben. Das stößt in den Transitländern auf großen Unmut.

Provokative „Siegesfahrt“?

Am Wochenende sind etwa 15 Mitglieder der „Nachtwölfe“ in Moskau aufgebrochen. Von dort aus fahren sie über etwa 6.000 Kilometer quer durch Weißrussland, Polen, die Slowakei, Österreich und Deutschland, um schließlich am 9. Mai, auf den der Gedenktag in Russland fällt, in Berlin anzukommen. So zumindest lautet offenbar ihr Plan.

Mit ihrer selbst betitelten „Siegesfahrt“ möchten die Rocker auf den Spuren der Roten Armee an die gefallenen sowjetischen Soldaten und den „Triumph“ der Roten Armee erinnern. Eine symbolische Aktion, die in einigen Ländern als Affront und als Provokation Russlands empfunden wird.

Polens Widerwillen zum Trotz

Polen ist eines dieser Transitländer, das die „Nachtwölfe“ auf ihrer Reise nach Berlin passieren möchten. Ein Land, das wie kaum ein anderes seit jeher für seine schwierige Beziehung zu Russland bekannt ist. Heute wollen die „Nachtwölfe“ über die Ostgrenze Polens einreisen.

Um das zu verhindern, hat ihnen die polnische Einreisebehörde die beantragten Visa verweigert. Der Streckenverlauf sei nicht eindeutig nachvollziehbar gewesen, so die offizielle Begründung. Trotzdem haben die Biker ankündigt, die polnische Grenze überqueren zu wollen. Ein polnischer Motorradklub hat ihnen unterdessen sogar Begleitschutz angeboten.

Deutschlands Vorbehalte

Doch nicht nur Polen, sondern auch Tschechien hat den Motorradfahrern die Einreise verweigert. Deutsche Behörden hingegen haben ihnen „die Vorspiegelung falscher Tatsachen“ unterstellt und ihnen bereits ausgestellte Visa wieder aberkannt. Darüber hinaus sieht die Bundesregierung in der Aktion keinen produktiven Beitrag zur Verbesserung deutsch-russsicher Beziehungen.

Über die aktuelle Stimmung in Polen zur Ankunft der „Nachtwölfe“ hat detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm mit detektor.fm-Reporter Alexander Hertel gesprochen. Er ist derzeit in Warschau.

Alexander HertelMan huldigt nicht nur der Roten Armee, sondern eben auch dem Massenmörder Stalin.detektor.fm-Reporter Alexander Hertelberichtet über die Ankunft der "Nachtwölfe" vor Ort in Warschau. privat 

Redaktion: Simone Müller