Play
Baden-Württembergs Ministerpräsident und Kanzlerin Merkel scheinen sich gut zu verstehen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident und Kanzlerin Merkel scheinen sich gut zu verstehen.

Schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene

Ein Dream-Team?

Freiheit, Individualismus und das wachsende Bedürfnis nach Sicherheit. Um den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu sichern, müsse genau dem nachgegangen werden. Für Ministerpräsident Kretschmann ist Schwarz-Grün dafür geeignet. Bereiten sich Union und Grüne auf eine Koalition vor?

Eine schwarz-grüne Koalition wirkt abwegig, nachdem der Vorschlag der CDU zur Steuersenkung die Grünen-Parteichefin Simone Peter an deren Finanzkompetenz zweifeln lässt. Gemeinsame Ansätze in der Familien- und Gesellschaftspolitk wie eine verbindliche Frauenquote und die „Ehe für alle“ sind auch nicht in Sicht. Trotzdem gibt es zentrale Themen, in denen sich Schwarz-Grün angenähert hat. Abschaffung der Atomkraft, mehr Personal bei Polizei und Behördern, nachhaltige Landwirtschaft – die Liste der Themen, in denen die Parteien einen ähnlichen Kurs fahren, wird länger.

Schwarz-grüne Koalition, einziges Problem: die CSU?

Das haben wohl auch Winfried Kretschmann und Angela Merkel bemerkt und sich erst kürzlich bei einem Abendessen zusammengesetzt. Worüber Baden-Württembergs Ministerpräsident und die Bundeskanzlerin gesprochen haben, ist zwar nicht bekannt. Doch nachdem sie 2013 schon versucht hatten, eine schwarz-grüne Koalition zu bilden, könnte dieses Vorhaben möglicherweise im September 2017 umgesetzt werden. Doch nicht alle Grünen teilen die Begeisterung Kretschmanns für Schwarz-Grün und die Kanzlerin. Viele sprachen sich für ein rot-rot-grünes Bündnis aus.

Merkel forciert weiter die TTIP- Verhandlungen und Seehofer erklärt die deutsche Wilkommenskultur für beendet, das klingt nicht besonders grün. Die Schnittstellen zwischen CSU und Grünen sind noch geringer als bei der großen Schwesterpartei. Doch auch da könnte Winfried Kretschmann eine große Rolle spielen, denn er versteht sich gut mit CSU-Chef Horst Seehofer.

Die große Frage, die sich stellt: Ob diese drei Parteien kulturell zusammen passen? Also, ob sie ihre historischen Aversionen gegeneinander überwinden können – das wird das Entscheidende sein. – Thorsten Denkler, Hauptstadtkorrespondent der Süddeutschen Zeitung

Partein nähern sich

Dass eine schwarz-grüne Koalition überhaupt eine Option sein kann, bedeutet, dass beide Parteien von ihren ursprünglichen Kursen abgekommen sind. Mit der Umsetzung des Atomausstiegs hatte Merkel einem möglichen Bündnis schon die Tür geöffnet. Zeitgleich lehnen die Grünen Kampfeinsätze nicht mehr grundsätzlich ab und tragen auch einige Asylrechtsverschärfungen mit. Die Entfernung zwischen Schwarz und Grün schwindet.

Thorsten Denkler ist seit 2007 politischer Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und hat mit detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer über seine Einschätzung zu einem schwarz-grünen Bündnis gesprochen.

Die Grünen haben möglicherweise die Stärke, der Union zu helfen, eine Regierung zu stellen.Thorsten Denkler
Wie stehen die Chancen einer schwarz-grünen Bundesregierung 05:07

Redaktion: Emely Eulig

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen