“Politik wird immer weniger gemacht – und immer mehr inszeniert”

18.06.2010

Nicht nur schwarz-gelb ist in der Krise, die Parteien haben ganz generell ein Problem - und zwar alle gemeinsam: schwindendes Vertrauen. Ein Expertengespräch über den Niedergang der Parteiendemokratie.

Professor für Politikwissenschaft an der Verwaltungsfachhochschule in WiesbadenHubert KleinertProfessor für Politikwissenschaft an der Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden 

Wenn man sich so die Politik in den letzten Wochen und Monaten anschaut, dann hat man nicht den Eindruck, da würde eine Politik aus einem Guss gemacht. Viele Gegner der schwarz-gelben Koalition hatten ja befürchtet, es würde eine neoliberale Politik über Deutschland fegen. Doch was dann kam, war alles andere als das. Einige Ideen, ein paar Debatten – aber so richtig passiert ist eigentlich fast nichts.

Doch ist die aktuelle Krise der Parteien eher ein strukturelles Problem? Das fragen wir Hubert Kleinert. Als Politikwissenschaftler beschäftigt er sich mit dem Abstieg der Parteiendemokratie und beklagt neben einem ausufernden Beratungswesen und schwindender Streitkultur auch die zunehmde Inszenierung von Politik. Warum, das erklärt er bei detektor.fm im Interview.

Die innerparteiliche Demokratie ist ziemlich verkommen. (Hubert Kleinert)