Rückzug der Polizei: Droht ein rechtsfreier Raum auf Schalke?

13.09.2013

Der Streit zwischen dem Fußballverein Schalke 04 und der Polizei eskaliert. Nun hat der NRW-Innenminister Jäger die Polizei von den Heimspielen der Schalker abgezogen. Kann der Verein die Sicherheit der Zuschauer noch gewährleisten?

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Die Polizei stürmte beim Champions-League Qualifikationsspiel der Schalker gegen PAOK Saloniki den Fanblock und setzte Tränengas ein. “Völlig unverhältnismäßig” nannte das Schalke-Manager Horst Held. Foto: Patrik Stollarz / AFP.

Der leitende Direktor der Deutschen Hochschule der Polizei glaubt, dass sich durch den Abzug nicht viel ändert.Thomas KuberaDer leitende Direktor der Deutschen Hochschule der Polizei glaubt, dass sich durch den Abzug nicht viel ändert. 

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat sich aus dem Schalker Stadion zurück gezogen. Sie wird also bei den Heimpielen nicht mehr für Sicherheit sorgen. Die Vorgeschichte: Schalke 04 wirft der Polizei vor, während eines Qualifikations-Spiels für die Champions League unverhältnismäßig hart in der Fankurve eingegriffen zu haben. Auslöser war ein umstrittendes Fan-Banner, dass das gegnerische Team aus Saloniki provozierte.

 

Private Sicherheitskräfte müssen übernehmen

Schalke-Offizielle kritisierten die Polizei daraufhin scharf – die wiederum reagierte mit dem Hinweis, der Verein allein habe die Sicherheit nicht gewährleisten können.

Als Konsequenz aus dem Streit zieht sich die Polizei nun ganz zurück – und überlässt die Sicherheit im Stadion den vereinsinternen SIcherheitskräften. Ein Fußball-Bundesligaspiel ohne Polizei: Geht das überhaupt? Hat die Polizei nicht einen gesetzlichen Auftrag die Bürger zu schützen und muss verhindern, dass im Schalker Stadion eine Art rechtsfreier Raum entsteht? Fragen, die wir Thomas Kubera von der Deutschen Hochschule der Polizei gestellt haben.

Das wird sich vom Personaleinsatz her nicht viel anders darstellen als im Moment. – Thomas Kubera