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Die Ahmadiyya-Muslime in Erfurt wünschen sich einen Ort zum Beten – wie hier in Essen. Foto: Fatih Moschee Essen |  Chajm Guski flickr.com CC BY 2.0

Stadtgespräch | Protest gegen den Moscheebau in Erfurt

„Es geht tatsächlich auch um Vorbehalte gegenüber Muslimen“

Seit einigen Monaten plant die Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt, im Stadtteil Marbach eine Moschee zu bauen. Viele Bürger gehen auf die Barrikaden. Die AfD reiht sich ein und fordert nun ein Bürgerbegehren. Eine Bestandsaufnahme.

Proteste gegen was genau?

Der Moscheebau in Erfurt ist noch in der Planung, doch die Proteste sind schon jetzt sehr lautstark: Als die Ahmadiyya-Gemeinde vor ein paar Monaten der Stadt eine Bauvoranfrage vorgelegt hat, sind die ersten Bürger bereits auf die Straße gegangen, um gegen das geplante Gebetshaus zu protestieren. Die Moschee wäre die erste in Thüringen.

Bei einem Versuch, die aufgebrachten Anwohner zu beruhigen, ist im vergangenen Monat eine Versammlung mit Vertretern der Ahmadiyya-Gemeinde einberufen worden. Hierbei sollten Fragen zum Bauprojekt beantwortet werden. Dabei ist rausgekommen: Die Moschee soll am Stadtrand im Bezirk Marbach gebaut werden, maximal 30 Personen sollen darin Platz finden, und das Minarett soll auch keinen singenden Muezzin beherbergen. Trotzdem reagieren die Anwohner weiterhin argwöhnisch.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass es hier um ein Gewerbegebiet geht, dass auch noch vom eigentlichen Wohngebiet abgetrennt ist. – Stefanie Gerressen, ARD-Journalistin

Die Alternative springt auf den Zug auf

Das nutzt die Alternative für Deutschland zur Stimmungsmacherei. Fraktionschef Höcke hat sich klar gegen das Gebetshaus ausgesprochen. Er behauptet, dass der „Islam Politik und Religion nicht trennen“ könne. Die Partei hat der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau Unterstützung zugesichert und im gleichen Atemzug ein Buch mit dem Titel „Der Islam. Fakten und Argumente“ verteilt.

Vor einigen Tagen hat die AfD zudem ein Bürgerbegehren gegen das Bauvorhaben beantragt. Mitglieder des Stadtrates haben diese Anforderung jedoch von Anfang an als rechtswidrig angesehen. Ein Bürgerbegehren spräche nicht nur gegen die Religionsfreiheit nach dem Grundgesetz, sondern auch einfach gegen das Baurecht. Auch das Staatskirchenrecht würde verletzt werden. Der Antrag ist gestern abgelehnt worden.

Wie die Erfurter die Lage sehen und die AfD die aufgeheizte Stimmung in Erfurt nutzt, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit der Journalistin Stefanie Gerressen vom WDR.

Man kann nicht einfach ein Bürgerbegehren beantragen, nur um etwas zu verhindern. Man muss damit auch etwas gestalten.Stefanie Gerressen
Stadtgespräch | Erfurt: Proteste gegen Moscheebau 05:04

Redaktion: Natalie Meinert

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