Quo Vadis, Griechenland?

18.06.2012

Nach der gescheiterten griechischen Parlamentsbildung im Mai kam es am Sonntag zum erneuten Urnengang. Die konservative Nea Dimokratia und das linksradikale Bündnis Syriza konnten ihren Stimmenanteil ein weiteres Mal steigern. Wirklich zur Ruhe kommt das Land dennoch nicht. Die Fronten sind verhärtet.

Ein griechischer Wachsoldat geht unbeirrt seine Runde. Im Land ist die Zukunft mehr als ungewiss. Foto: © Axel Schmidt/dapd

leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in AthenChristos Katsioulisleitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen 

Im Mai scheiterten in Griechenland zwei Versuche ein beschlussfähiges Parlament zu konstitutieren. Erst sperrte sich die radikale Linke Syriza und als sie selbst mit der Regierungsbildung beauftragt wurden, war es die Nea Dimokratia, die sich querstellte. Das Damoklesschwert schwebt seitdem über Griechenlands Parteien.

Knappes Wahlergebnis in Griechenland

Als Schicksalswahl wurde die gestrige Wahl im Vorfeld betitelt. Die Konservativen kamen am Ende auf 30 Prozent, die linken Verfolger auf 27 Prozent. Das Ergebnis ist also nicht minder knapp als im Mai. Mit Schützenhilfe der Sozialdemokraten reicht es diesmal allerdings für die Konservativen.

Gibt es jetzt Stabilität im Land?

Ein Quäntchen Stabilität zumindest. Diese ist auch bitternötig, da dem Land die Investoren davonlaufen. Der Machtpoker der letzten Monate hat im Euroraum ebenso wie bei der Bevölkerung Spuren hinterlassen. Der Euro bekommt nun eine Verschnaufpause. Die Börsen nahmen die Wahlen in Griechenland positiv auf. Ausgestanden ist die Dauerkrise deswegen aber noch nicht. Die Verlierer der Wahl haben bereits einen konsequenten Oppositionskurs angekündigt. Wir fragen daher Christos Katsioulis in Athen: Quo Vadis, Griechenland?