Pflege-TÜV soll reformiert werden

Schluss mit guten Noten?

28.04.2015

Der TÜV für die Pflege ist umstritten. Denn nur selten scheint die Benotung mit der nicht allzu pflegeleichten Realität übereinzustimmen. Eine Reform scheint dringend notwendig.

Die Pflege auf dem Prüfstein

Wenn Oma nicht mehr kann, dann muss ein Pflegedienst her. Und um die Suche nach dem passenden Angebot zu vereinfachen, gibt es in Deutschland einen sogenannten Pflege-TÜV. Seit 2009 werden Pflegeheime jährlich über ein Schulnoten- Bewertungssystem eingestuft. Nun kritisiert selbst die Gesundheitspolitik das System.  Erst im Februar wurde ein Pflegeheim in Bonn, wegen Pflegemängel geschlossen, obwohl es gute TÜV-Noten hatte. Kriterien wie die „Lesbarkeit des Speiseplans“ fließen dabei mit gleichem Gewicht ein wie  „erfolgreiche Wundbehandlungen“. Das macht deutlich, das eine Reform her muss.

Wir schlagen vor, dass man die wichtigen Fragen hervorhebt und in der Bewertung anders gewichtet. – Jürgen Brüggeman, Fachteam Pflege, MDS

Streit um neues Bewertungssystem

Die beiden Lager von Union und SPD sind sich darüber einig, dass eine Reform erforderlich ist. Soll es bei der bisherigen Benotung bleiben oder muss grundsätzlich neu verhandelt werde, das steht zur Diskussion. Während die Union für eine Rundum-Erneuerung plädiert, streubt sich die SPD dagegen. Nachdem gesundheitspolitischen Sprecher der Union, Jens Spahn müsse eine schnelle Einigung her. Zudem müsse erkannt werden, dass gute Pflege zu komplex sei, um diese in einem einfachen Notensystem auszudrücken.

Einigung scheint nicht in Sicht

Doch in den Fraktionen herrscht bisher noch Uneinigkeit. Es ist noch offen, ob die Diskussionen im Herbst einen Anschluss an bisherige Gespräche finden. Mit Jürgen Brüggemann, dem Experten des Fachteams Pflege des MDS, hat detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm über mögliche Änderungen des Pflege-TÜVs gesprochen.

Pressefoto_BrüggemannDie Noten, die es für insgesamt vier Bereiche gibt, sind nicht allzu aussagekräftig, weil hier alle Kriterien gleichgewichtet werden.Jürgen Brüggemannvom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. 

Redaktion: Hannah Ziegler