Übern Teich | Republikaner wollen Donald Trump stoppen

Wer hat Angst vorm bösen Trump?

07.03.2016

Für die Elite der republikanischen Partei gibt es im US-Wahlkampf ein großes Problem: Donald Trump. Der aussichtsreichste Republikaner auf das Amt des Präsidenten ist für das Establishment eine Gefahr.

In den US-Vorwahlen der Republikaner wird der Ton rauer. Die Kandidaten reagieren gereizt und attackieren sich immer häufiger unter der Gürtellinie. Trotzdem kann Donald Trump mit seiner provokanten Art weiter Stimmen sammeln.

Keine Luftnummer mehr

Viele, die die Kandidatur Trumps bislang bestenfalls für einen schlechten Witz gehalten haben, sehen sich nun eines besseren belehrt. Zwar kann Donald Trump noch immer kein nennenswertes Programm vorlegen, doch er weiß, wie er Wähler von sich überzeugt. Genau das stößt der republikanischen Elite sauer auf. Und deshalb versucht sie nun Trump zu diskreditieren und die Wähler von ihm abzubringen.

Viele Wähler, keine Freunde

Zuletzt hat sich Mitt Romney zu Wort gemeldet. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner bezeichnet Trump als Betrüger und Bauernfänger. Romney verglich Trumps bisherige Wahl-Versprechen mit einem Abschluss an der Trump-University: Sie seien beide wertlos. Außerdem fehle Trump das für einen US-Präsidenten so wichtige Urteilsvermögen.

Donald Trump holt zum Gegenschlag aus

Die Reaktionen Donald Trumps haben nicht lange auf sich warten lassen. Über Twitter spottet er, dass Romney vor vier Jahren ein Katastrophen-Kandidat war, der keinen Mut hatte. Außerdem sei er ein einziger Witz.

Besonders interessant an diesem Schlagabtausch ist, dass Romney bei seinem Wahlkampf im Jahr 2012 noch finanziell von Trump unterstützt worden ist. Ein Fakt, den er in seiner Rede aber unkommentiert ließ.

Wie die konservative Elite versucht, das Sieger-Image von Donald Trump zu zerstören, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Karolin Döhne mit Alexander Görlach gesprochen. Er ist derzeit als Gastwissenschaftler an der Harvard University.

. forscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke.Trump kann man nicht als konservativ bezeichnen; das wäre eine Schande für jeden anständigen Konservativen. Alexander Görlachforscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke. 

Redaktion: Matthias Stiebing


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