Ärger um Mathe-Abi: Schüler protestieren für “Faires Abitur”

24.04.2013

In Nordrhein-Westfalen hat vergangenen Mittwoch ein ganzer Abiturjahrgang mit einer Matheprüfung gekämpft. Die Schüler bezweifeln, dass die Aufgaben dem Abiturniveau entsprechen - und wollen die Prüfung wiederholen.

Wenn man die Aufgabe nicht versteht, hilft auch kein Taschenrechner weiter. Foto: Friedemann Wulff-Woesten/flickr

Alle Jahre wieder, kurz nach Ostern, brüten hunderttausende Schüler und Schülerinnen in Deutschland über ihren Abiturprüfungen. Und alle Jahre wieder stolpern dabei einige über unlösbare Aufgaben – und zwar nicht, weil sie nicht genug gelernt hätten. Manchmal entsprechen die Prüfungsaufgaben nicht dem Abiturniveau oder sind im schlimmsten Fall schlicht fehlerhaft und unlösbar.

Nordrhein-Westfalen verrechnet sich

In den vergangenen Jahren hat es solche Fälle in Nordrhein-Westfalen vor allem in Mathematikprüfungen immer wieder gegeben: 2008 war eine Aufgabenstellung fehlerhaft („Oktaeder des Grauens„), 2011 verwirrten missverständliche Formulierungen und vor ein paar Tagen verzweifelten tausende Schüler an einer viel zu schwierigen Prüfung.

Daraufhin trommelte eine Abiturientin aus Bonn via Facebook zum Protest und zehntausend andere schlossen sich ihr an. Gestern Mittag dann versammelten sich hunderte, wütende Schüler in Düsseldorf vor dem Schulministerium. Sie fordern, dass die Klausur überprüft und wiederholt wird.

Das nordrhein-westfälische Bildungsministerium hat sich offenbar bei den Matheaufgaben verkalkuliert. Wie es dazu kommen konnte, darüber haben wir mit Vanessa Katharina Seiffert von der Schüler und Schülerinnenvertretung Nordrhein Westfalens (LSV NRW) gesprochen. Die LSV vertritt die Schülerschaft von 6521 Schulen in NRW.