“Richter Jedermann” – Laien am Verfassungsgericht

14.11.2012

Am Landesverfassungsgericht in Brandenburg ist Regisseur Andreas Dresen zum Richter ernannt worden - obwohl er kein Jurist ist. Laien am Gericht: ein Vor- oder Nachteil für die Rechtsprechung?

Richter ohne juristische Ausbildung: Hier am Bundesverfassungsgericht undenkbar, an manchen Landesverfassungsgerichten aber üblich. Foto: © Thomas Wieck/dapd

Der preisgekrönte Regisseur Andreas Dresen ist heute zum Richter am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt worden. In dem neunköpfigen Gericht dürfen bis zu drei Personen ohne juristischen Hintergrund sitzen.

 

Das brandenburgische Landesparlament wählt die einzelnen Mitglieder auf eine Dauer von zehn Jahren. Die Richter treffen sich mindestens einmal im Monat, um über Verfassungsbeschwerden zu verhandeln.

 

Künstler und zehn Jahre lang selbst Richter am Landesverfassungsgericht. (Foto: © Norbert Millauer/dapd)Florian HavemannKünstler und zehn Jahre lang selbst Richter am Landesverfassungsgericht. (Foto: © Norbert Millauer/dapd) 

Dies ist in Deutschland jedoch nicht überall üblich. So dürfen zum Beispiel in Berlin, Thüringen und im Saarland nur Volljuristen am Verfassungsgerichtshof urteilen.

 

Kritiker warnen vor der Gefahr, dass die Berufsrichter den Nicht-Juristen nur eine Statistenrolle zugestehen könnten.

 

Florian Havemann war von 1999 bis 2009 selbst Richter am Verfassungsgericht in Brandenburg. Wir haben mit dem Schriftsteller, Maler und Komponisten über diese Arbeit und die Bedeutung von Laienrichtern gesprochen.