Rücktritt von Andrea Nahles: Das Drama der SPD

Warum scheitert die SPD wieder und wieder?

03.06.2019

Dieses Amt kann scheinbar niemand lange halten. Seit April 2018 hat war Andrea Nahles SPD-Parteivorsitzende. Nun ist sie als Vorsitzende zurückgetreten und hat sich erstmal von der Politik verabschiedet. Und bei der SPD stehen wieder einmal Schuld- und Personalfragen im Vordergrund.

Andrea Nahles: Ein absehbarer Rücktritt?

Nach den Wahlen 2017 ist die SPD mehr oder weniger freiwillig eine regierungsbildende Koalition mit der Union eingegangen, um Neuwahlen zu verhindern. Seitdem hat die Partei es nicht geschafft, sich inhaltlich zu erneuern und von anderen Parteien, insbesondere von der Union, abzugrenzen.

Seit vielen Jahren haben die Sozialdemokraten damit gekämpft, einen Vorsitz zu finden. Dieser solle länger als seine Vorgänger bleiben und der Partei zu neuen Wählern und mehr Vertrauen verhelfen. Nun stellt sich die Frage, ob bereits zu Andrea Nahles‘ Amtsantritt ein früher Rücktritt vorherzusehen war.

Die SPD steht schon seit zehn Jahren in einer stetigen Krise, was ihre inhaltliche Ausrichtung betrifft. – Yvonne Schrot, „Forschungsgruppe Wahlen“

Doch was braucht die Partei, um Vertrauen und Wähler zu gewinnen?

Die Notwendigkeit einer kompletten Umstrukturierung der SPD

Kommissarisch wird die Partei nun erst einmal von Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet. Doch dabei handelt es sich nur um eine vorübergehende Lösung. Die Aufgabe der Sozialdemokraten ist es, einen Vorstand zu finden, der oder die wieder mehr von den Bürgern akzeptiert wird.

Der SPD fehlte die ganzen Jahren eine starke Persönlichkeit, die Vertrauen in Politik wieder hervorbringt. – Yvonne Schroth

Die SPD verliert an Vertrauen. Was die Partei ändern und welche Qualitäten der neue Vorstand mitbringen müsste, haben detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt und Yvonne Schroth vom Verein „Forschungsgruppe Wahlen“ besprochen.

SPDThematisch ist die SPD eigentlich sichtbar, nur es gelingt nicht, diese Erfolge, die sie in der Regierungsarbeit vorweisen kann, in Wählerstimmen umzumünzen.Yvonne Schrothist im Vorstand der "Forschungsgruppe Wahlen". 

Redaktion: Alina Metz und Esther Stephan