Russisch Brot | WM 2026 und Spaniens Trainerproblem

"Es geht natürlich um Geld"

14.06.2018

Die FIFA hat sich entschieden: Die WM 2026 geht an den nordamerikanischen Dreierbund Kanada, USA und Mexiko. Der Fußballzwerg Marokko geht damit leer aus. Das ist keineswegs überraschend.

Russisch Brot ist der Podcast zur Fußball-WM 2018 von der taz und detektor.fm. Und wer die taz kennt, weiß, dass es nicht ausschließlich um Spielergebnisse und Torwartfehler gehen kann. Zusammen wollen wir alles beleuchten, was auf den Plätzen – aber auch abseits der Plätze passiert.

WM 2026 in Nordamerika

Zum Beispiel in Moskau. Dort fand am Tag vor der WM der FIFA-Kongress statt, auf dem die Mitglieder unter anderem den Standort für die WM 2026 wählen sollten. Die Kandidaten: der Fußballzwerg Marokko und die nordamerikanische Allianz aus Kanada, USA und Mexiko. Letztere erhielt den Zuschlag nicht ganz überraschend. Denn mit FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte das Trio einen mächtigen Befürworter.

Es geht um viel Geld

Infantino hatte sprichwörtliche Aktien in dem Vorhaben, die WM 2026 in den drei Ländern auszutragen. Denn die drei Länder prognostizierten Einnahmen in Höhe von mehr als 14 Milliarden Dollar. Von denen würden elf Milliarden dem Weltverband zufließen. Marokko käme da womöglich gerade mal auf die Hälfte. Infantino hingegen ist auf die möglichen Rekordeinnahmen angewiesen, wie taz-Redakteur Jürn Kruse erklärt.

Infantino muss dringend Geld reinholen, das war bei seiner Wahl vor zwei Jahren sein großes Versprechen. In Russland klappt das nicht so wirklich gut. – Jürn Kruse, Redakteur von der taz

Alles, nur nicht politisch

Dafür übersieht Infantino scheinbar auch die Einflussnahme von Politikern. Einer, der sich für die WM 2026 öffentlich in Nordamerika stark gemacht hat, ist US-Präsident Donald Trump. Der griff dabei zu eher unsportlichen Mitteln, als er im Mai Ländern drohte, die gegen das Trio stimen würden.
Was tat die FIFA? Sie hielt sich raus. Statt in sportlicher Schiedsrichtermanier die gelbe Karte zu zeigen, beließ sie es dabei, zuzuschauen, während nur einzelne FIFA-Mitglieder leise Kritik äußerten.

Jürn Kruse tazEigentlich erwartet man, dass sich Infantino eine solche Einmischung verbietet. Das hat er nicht getan, weil er selbst für diese Bewerbung war.Jürn Krusefindet die Reaktion der FIFA peinlich. 

Jürn Kruse von der taz spricht im Podcast mit den detektor.fm-Moderatoren Barbara Butscher und Lars-Hendrik Setz über die WM 2026. Außerdem sprechen sie über die überraschende Trainerentlassung in Spanien und das Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi Arabien.

Alle Folgen können Sie von Montags bis Freitags ab 10.15 Uhr im detektor.fm-Wortstream hören und jederzeit und überall im Podcast „Russisch Brot“.


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