Russland: Bauen Putin und Medwedew eine Dynastie auf?

26.09.2011

Das Tandem aus Putin und Medwedew wird bleiben, aber es werden mal wieder die Rollen getauscht: Putin wird wieder Präsident und Medwedew wieder Ministerpräsident. Wird Russland jemals demokratische Reformen erleben?

Dimitri Medwedew wird auch in Zukunft nicht von Putins Seite weichen. / Foto: © Michael Gottschalk/ dapd

Alexander Rahrist Leiter des Berthold-Beitz-Zentrums der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik in Berlin. 

Wladimir Putin soll wieder russischer Präsident werden. Auf dem Parteitag der Regierungspartei „Einiges Russland“ haben der amtierende Präsident Medwedew und Premierminister Putin einen Rollentausch angekündigt: Medwedew hat Putin als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Putin revanchiert sich und schlägt Medwedew als neuen Premier vor.

So bleibt das Tandem aus Putin und Medwedew erhalten. Putin hatte 2007 seinen politischen Ziehsohn Medwedew nach acht Jahren Regierungszeit zum Präsidenten gemacht, weil er selbst nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal kandidieren durfte. Jetzt, nach vier Jahren Pause, darf Putin wieder regieren, und zwar für bis zu zwölf Jahre. Auch das hat er Medwedew zu verdanken: Der änderte die Verfassung und verlängerte die Amtszeit des russischen Präsidenten von vier auf sechs Jahre.

Welche Bedeutung der Ämtertausch in Russland hat, haben wir mit Alexander Rahr besprochen. Er ist der Leiter des Berthold-Beitz-Zentrums der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik. Außerdem ist er Autor einer Putin-Biografie.

Schönen Guten Tag Herr Rahr!