Schicksalswahl in Griechenland: “Was fehlt, ist die Hoffnung”

15.06.2012

Am Sonntag wird in Griechenland ein erneuter Versuch gestartet: bei der ersten Wahl zur neuen Regierung kam es zu keiner mehrheitsfähigen Koalition. Nun soll das griechische Volk nicht weniger als über die Zukunft des Landes entscheiden, das am Rande einer Staatspleite steht.

Rückkehr zur Drachme? Möglicherweise tritt Griechenland aus der Euro-Zone aus./ Foto: © Daniel Maurer/dapd

glaubt als Optimist an einen positiven Wahlausgang am Wochenende.Christos Katsioulisglaubt als Optimist an einen positiven Wahlausgang am Wochenende. 

Neue Chance, neues Glück? Am Sonntag wird in Griechenland zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate gewählt. Nach der Wahl im Mai wurde keine Regierung gebildet. Es gab mehrere Aufträge dazu, aber letzten Endes konnten sich nicht genügend Parteien zu einer Mehrheit zusammenraufen. Der Stimmenanteil der kleineren Parteien, der Reformgegner, war zu groß.

Es herrscht im Moment einerseits ein bisschen Lähmung in der Bevölkerung, andererseits Fatalismus.- Christos Katsioulis

Die radikale Linke hatte bei der ersten Wahl mit vielen Stimmen und plautzenden Tönen von sich hören gemacht. Sie wird angeführt von dem charismatischen Alexis Tsipras, der sich ganz klar gegen  das Spardiktat der EU ausspricht. Sollte am Sonntag keine Regierungsmehrheit zustande kommen, droht Griechenland nun die Staatspleite.

Es muss nach dieser Wahl eine Regierung gebildet werden.- Christos Katsioulis

Wie die Situation vor Ort ist, haben wir Christos Katsioulis gefragt. Er leitet das Athener Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung.