USA will raus aus Afghanistan – Zu früh für das Land?

23.06.2011

Nichts wie raus? Bis Ende 2012 will US-Präsident Obama 33.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen. Auch Frankreich kündigte heute einen baldigen Truppenrückzug an. Ist Afghanistan bereit für die Selbstverwaltung?

Ein Zehntel der US-amerikanischen Soldaten in Afghanistan sollen noch in diesem Jahr aus dem Land abgezogen werden. / Foto: U.S. Army (boing-boing, Link zu wikimedia)

analysiert seit 2003 die strategische Entwicklung in Iran und Afghanistan.Albert A. Stahelanalysiert seit 2003 die strategische Entwicklung in Iran und Afghanistan. 

Noch in diesem Jahr sollen 10.000 Soldaten aus Afghanistan in die USA zurückkehren, sagte Barack Obama gestern. Sein Entschluss fiel ganz im Sinn der meisten US-amerikanischen Wähler, die im Herbst 2012 wieder an die Wahlurne gerufen sind. Den Truppenabzug begründete Obama – ebenso wie Nicolas Sarkozy – mit den Erfolgen, die in Afghanistan vor allem im Kampf gegen Al-Kaida-Terroristen erreicht wurden. Die Lage im Land ist jedoch nach wie vor unsicher. Im vergangenen Jahr starben mehr westliche Soldaten im Afghanistan-Einsatz als je zuvor. Die Übergabe aller Verantwortlichkeiten an die afghanischen Sicherheit soll im Jahr 2014 vollzogen werden. Ist das Land schon jetzt stabil genug für einen frühen Truppenrückzug?

Ob Afghanistan sich in naher Zukunft selbst verwalten kann und wie sich der Abzug westlicher Truppen auf das Land auswirken wird, fragen wir Professor Albert A. Stahel. Er ist Direktor des Instituts für Strategische Studien an der Universität Zürich.