Schwedens feministische Handelspolitik

Feminismus auf allen Ebenen

07.08.2019

Schwedens Handelsministerin Ann Linde möchte eine feministische Handelspolitik einführen. Aus ihrer Sicht profitieren aktuell vor allem Männer vom Handel. Das soll sich jetzt ändern. Frauen sollen zukünftig im Handel gestärkt werden. Wie sieht das dann aus?

Feministische Handelspolitik

In Schweden soll neben der bereits existierenden feministischen Außenpolitik nun auch die Handelspolitik umgestaltet werden. Und zwar nach den Prinzipien der Gleichberechtigung. Für Handelsministerin Ann Linde sind Frauen in der Wirtschaft und im Handel nach wie vor deutlich benachteiligt. Produzentinnen, Unternehmerinnen und Konsumentinnen sollen deshalb von der neuen feministischen Handelspolitik profitieren.

Wir haben weltweit das Phänomen, dass Frauen über weniger Land verfügen, über weniger Ressourcen verfügen, es gibt weiterhin Lohndiskriminierung. Und die Frage ist: Wird das durch Handelspolitiken gestärkt oder kann durch Handelspolitiken auch ein Anreiz gesetzt werden, in Richtung mehr Geschlechtergleichheit? – Gabriele Abels, Professorin am Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaften und europäische Integration an der Uni Tübingen

Vorreiterin Schweden

2014 forderte die Außenministerin Margot Wallström eine neue feministische Außenpolitik für Schweden. Bei jeder politischen Entscheidung werden drei Fragen berücksichtigt: Haben Frauen die gleichen Rechte? Sitzen sie mit am Tisch der Entscheider? Und haben sie den gleichen Zugang zu Ressourcen?

Mittlerweile hat Schwedens Regierung sogar ein Handbuch für feministische Außenpolitik rausgebracht. Länder wie Finnland, Australien und Kanada haben sich daran ein Beispiel genommen und das Thema der sexuellen Gewalt in den Mittelpunkt gesetzt. Auch für die Handelspolitik könnte Schweden nun einen weiteren wichtigen Anstoß in Richtung Gleichberechtigung geben.

Wie eine feministische Handelspolitik nach schwedischem Vorbild konkret aussieht, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Isabele Woop mit Gabriele Abels gesprochen. Sie ist Professorin am Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaften und europäische Integration an der Uni Tübingen.

Redaktion: Lena Jansen und Luisa Bebenroth

Lehrstuhl Abels PRIDEWir müssen Frauen in Entwicklungsländern den selben Zugang zu Bildung ermöglichen, zu Ressourcen, zu politischer Macht. Wir müssen das unterstützen, weil sich das eben auch positiv auf die Entwicklung der Länder auswirkt. Gabriele Abelsist Professorin am Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaften und europäische Integration an der Uni Tübingen.