Selbstbewusst oder panisch? China droht US-Journalisten mit Rauswurf

10.12.2013

Zwei Dutzend US-Journalisten warten derzeit auf die Verlängerung ihrer Arbeitsvisa. Wenn sie diese nicht bekommen, müssen sie China verlassen. Die Reaktion zeigt die Angst der chinesischen Regierung vor der Öffentlichkeit.

Visa gibt es nicht für jeden. Einmal im Jahr müssen sich ausländische Journalisten um ihre Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Foto: Heidi Strean / flickr.com



„Ausländische Journalisten werden in China nach geltendem Recht und Ordnung behandelt“ – diese Mitteilung ließ das chinesische Außenministerium jetzt verbreiten. Die Realität sieht jedoch anders aus: US-Journalisten hatten – nach monatelanger Recherche – über Korruption in der politischen Führungsriege und deren Familien geschrieben. Die Regierung hat darauf mit Zensur reagiert: Sie sperrten die Artikel im chinesischen Netz und blockierten die Seiten von Bloomberg und der New York Times.

Keine neuen Visa

hat insgesamt zehn Jahre in China gelebt und gearbeitet.Kai Strittmatterhat insgesamt zehn Jahre in China gelebt und gearbeitet. 

Jetzt droht den Journalisten sogar der Rauswurf aus China. Denn einmal im Jahr müssen ausländische Journalisten ihr Arbeitsvisum verlängern und bis jetzt weigern sich die chinesischen Behörden die Visa für die US-Journalisten zu verlängern. Wenn das so bleibt, müssen sowohl die „New York Times“ als auch „Bloomberg“ ihre Büros in Peking schließen.

Wie gehen ausländische Korrespondenten mit diesem Druck um? Und wie ergeht es chinesischen Journalisten? Darüber haben wir mit Kai Strittmaier gesprochen. Er ist China-Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung.

Natürlich hat jeder von uns schon Probleme mit chinesischen Behörden gehabt. – Kai Strittmatter