Situation in der Türkei beibt kritisch – Erdogan warnt Demonstranten

13.06.2013

Seit fast zwei Wochen protestieren tausende Menschen in der Türkei gegen Ministerpräsident Erdogan. Nachdem die türkische Polizei gewaltsam den Taksim-Platz geräumt hat, haben sich Demonstranten und Ministerpräsident Erdogan zu Gesprächen getroffen.

Der Morgen danach: Die letzten Demonstranten müssen den Taksim-Platz in Istanbul verlassen. Foto: © Angelos Tzortzinis/AFP

+++ Aktualisierung +++

Nach dem Interview mit Alexander Geiger, hat sich Recep Tayyip Erdogan noch einmal an die Demonstranten gewandt. In einer Ansprache in Istanbul hat er die Demonstranten als „illegal“ bezeichnet und angekündigt, dass „wir damit fertig werden“. Dabei hat er eine „letzte Warnung“ ausgesprochen, den Gezi-Park umgehend zu verlassen.


Die Türkei kommt einfach nicht zur Ruhe. In weiten Teilen des Staates gibt es weiter Ausschreitungen. Tausende Türken protestieren gegen die Politik des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

lebt und arbeitet zurzeit für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Istanbul.Alexander Geigerlebt und arbeitet zurzeit für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Istanbul. 

Zuletzt hatte Erdogan verkündet, er werde gegen die Demonstranten „keine Toleranz mehr zeigen“. In der Konsequenz ließ der Ministerpräsident die Polizei den Taksim-Platz in Istanbul gewaltsam räumen. Dabei sind sogar Bulldozer eingesetzt worden. Der Taksim-Platz gilt als Hauptschauplatz der landesweiten Proteste.

Gespräche – aber nicht mit allen

Nun hat sich Erdogan dazu durchgerungen, Gespräche mit den Führern der Proteste zu führen. Doch schon im Vorfeld hat die treibende Kraft der Demonstrationen, die Taksim Plattform, kritisiert, dass Erdogan ihre Vertreter gar nicht eingeladen hat.

Was die Gespräche gebracht haben und wie es in der Türkei weitergeht, haben wir Alexander Geiger gefragt. Er ist stellvertretender Landesvertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Istanbul.

Es ist etwas fraglich, inwiefern die bei den Gesprächen Anwesenden in der Protestgruppe Rückhalt genießen. – Alexander Geiger, Friedrich-Ebert-Stiftung