Sitzenbleiben – heilsamer Schock oder K.O. in der Schullaufbahn?

18.02.2013

Bildungspolitiker diskutieren darüber, ob es sinnvoll ist, Kinder und Jugendliche mit schlechten Noten eine Klasse wiederholen zu lassen – Bildungswissenschaftler Klaus Klemm im Interview.

Laut der Studie Klassenwiederholungen - teuer und unwirksam von Klaus Klemm wiederholen etwa 23% aller Schüler während ihrer Schullaufbahn eine Klasse. Foto: © Sebastian Willnow/ ddp

ist Autor der Studie Klassenwiederholungen - teuer und unwirksamKlaus Klemmist Autor der Studie Klassenwiederholungen - teuer und unwirksam 

Sitzenbleiben – das könne ein „heilsamer Schock“ sein, meint Dirk Reelfs, Sprecher des sächsischen Kultusministeriums. Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe hingegen sieht im Sitzenbleiben eine Verschwendung von „Lern- und Lebenszeit“.

In Hamburg ist das Sitzenbleiben bereits abgeschafft und nun plant auch Niedersachsen, in Zukunft darauf zu verzichten.

Wie sich die „Ehrenrunde“ auf Schülerinnen und Schüler auswirkt, hat uns Klaus Klemm gesagt. Er ist Professor für Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen und hat 2009 eine Studie zum Thema Sitzenbleiben veröffentlicht.

Mein Vorschlag ist, die Konzentration darauf zu legen, durch Ressourcen das Sitzenbleiben zu verhindern. Das ist sicher besser ausgegebenes Geld, als junge Leute ein Jahr länger in der Schule zu halten. Zumal wir wissen, dass es häufig keinen positiven Ertrag bringt.