Sportförderung in Deutschland

Geld für Gold

10.08.2016

Zu wenig Medaillen für zu viel Geld. Deutsche Spitzensportförderung kostet Millionen. Doch die Bilanz der letzten Jahre ist eher bescheiden. Wie müssen Spitzensportler gefördert werden, um bei Olympia erfolgreich zu sein?

Die Olympischen Spiele sind für viele Leistungssportler der Höhepunkt. Jahrelange Vorbereitung und intensives Training gehören dazu, um irgendwann vielleicht mal auf dem Treppchen zu stehen. Das kostet Spitzensportler nicht nur Kraft und Nerven, sondern auch Zeit und vor allem Geld.

Keine olympische Medaille ist umsonst

Allein in diesem Jahr fließen etwa 160 Millionen Euro vom Staat in den deutschen Spitzensport. Doch schon nach wenigen Tagen in Rio sind die Stimmen der Kritiker da: zu wenig Medaillen für zu viel Geld.

Die Sportförderung in Deutschland ist ein komplexes System. Das hängt zum einen mit dem föderalen System der Bundesrepublik zusammen: Sowohl Bund als auch Länder übernehmen Aufgaben im Sportbereich. Zum anderen teilen sich Staat und Sportverbände die Zuständigkeiten. Das Geld für den Spitzensport kommt aus dem Bundeshaushalt. Über die Verteilung diskutieren der Deutsche Olympische Sportbund und das Innenministerium.

Sportförderung in Großbritannien: Weniger Vielfalt, mehr Erfolg

Dem System der deutschen Sportförderung wird vorgeworfen, zu sehr in die Breite zu investieren. Kritiker fordern eine Orientierung an anderen Modellen der Sportförderung – etwa dem britischen Modell. Im Vereinigten Königreich werden ausschließlich die Sportarten gefördert, die auch tatsächlich realistische Medaillenchancen haben. Ein erfolgreiches Konzept: Die Briten landen regelmäßig auf den vorderen Plätzen bei den Olympischen Spielen und haben sich den Ruf einer „Medaillenschmiede“ erarbeitet.

Für Deutschland hieße das zum Beispiel: mehr Förderung für Sportarten wie Kanufahren oder Reiten. Am 19. Oktober berät der Bundestagsausschuss für Sport über eine Reform der Sportförderung. Bis dahin ist dann auch bekannt, wie viele Medaillen die deutschen Athleten aus Rio mitgebracht haben. Darüber, inwiefern diese Bilanz in die Reformpläne miteinfließt, gibt es noch keine konkreten Aussagen. Doch eines ist für Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln klar:

Der Medaillenspiegel schwingt im Hintergrund immer mit. – Christoph Breuer, Deutsche Sporthochschule Köln

Wie müssen Spitzensportler gefördert werden, um bei Olympia Erfolge zu erzielen? Darüber hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln gesprochen.

Christoph Breuer, Professor für Sportökonomie und Sportmanagement an der Sporthochschule Köln. Credits: Darmstädter Echo.Je schlechter das Abschneiden Deutschlands bei den Olympischen Spielen ist, desto heftiger werden die Diskussionen ausfallen.Prof. Dr. Christoph Breuerist Experte für Sportökonomie und Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln.  

Redaktion: Friederike Rohmann