St. Petersburg: Diskriminierung von Homosexuellen erreicht neuen Höhepunkt

08.02.2012

In St. Petersburg wurde heute ein Gesetz verabschiedet, dass "Propaganda von Homosexualität, Bisexualität und Transgender" verbieten soll. Außerdem stellt es Homosexualität mit Pädophilie auf eine Stufe.

ist freie Journalistin in Moskau.Anastasia Gorokhovaist freie Journalistin in Moskau. 

Homsexualität ist in Deutschland eigentlich nichts besonderes mehr. Ob in Person von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit oder Außenminister Guido Westewelle – selbst in der Politik stellt Homosexualität kein Tabuthema mehr dar.

Das sieht in St. Petersburg ganz anders aus. Dort wurde heute ein neues Gesetz verabschiedet, dass „Propaganda von Homosexualität, Bisexualität, Transgender und Pädophilie“ (wörtlich!) unter Strafe stellt. Als Beispiel für „Propaganda“ wurde z.B. das Aufhängen von Regenbogenfahnen genannt. Offiziell geht es den verantwortlichen Politikern dabei um den Schutz von Minderjährigen.

Das Gesetzes macht auch deutlich: Die Bewerbung von Homosexualität und Transgender wird mit der von Pädophilie, also beispielsweise Kinderpornographie, gleichgesetzt und mit identischen Strafen geahndet.

Vor der Abstimmung im Stadtparlament von St. Petersburg haben wir mit Anastasja Gorokhova gesprochen. Sie ist freie Journalistin in Moskau und erklärt im Interview, was das Gesetz bedeutet und welche Reaktionen es im Vorfeld gab.