Stadtgespräch | Aus für Friedhofszwang

Mamas Asche im Garten

04.11.2014

Bremen möchte das gesetzt zum Friedhofszwang lockern. Dann werden selbst Bestattungen im Privatgarten möglich. Viele Menschen wünschen sich ein Grab fernab der Friedhöfe.

Friedhofszwang adé? Viele andere Länder haben es vorgemacht: Angehörige oder Freunde können dort die Asche ihrer geliebten Menschen zu Hause aufbewahren oder an einem Ort mit Bedeutung verstreuen. Bereits vor dem Tod machen sich viele Menschen Gedanken um ihr Ableben. Dabei wünschen sich viele einen Ort, der einem schon zu Lebzeiten etwas bedeutet hat. Außerdem wollen einige mit einem Grab keine langfristigen Kosten für ihre Angehörigen produzieren.

Bremen schafft Friedhofszwang ab

Das Bundesland Bremen hat sich nun entschieden den Friedhofszwang, der eigentlich in Deutschland herrscht, zu lockern. Hierzulande dürfen Bestattungen bisher nur auf Friedhöfen, in speziellen Wäldern oder im Meer stattfinden. Nach einer Gesetzesänderung wären dann Aschebestattungen auch auf Privatgrundstücken und in anderen bestimmten Gebieten generell möglich.

Bis in die 1950er Jahre ist die Feuerbestattung durch die katholische Kirche in Deutschland sogar verboten gewesen. Das neue Gesetz ist auch ein Schritt auf andere Religionen zu. ISt doch beispielsweise im Buddhismus die Feuerbestattung Gang und Gäbe. In vielen Ländern können Angehörige schon lange an einem Ort außerhalb eines offiziellen Friedhofes die Asche verstreuen. Der Tod und das Erinnern spielen mittlerweile auch im Internet und dort in sozialen Netzwerken eine immer größere Rolle.

Wir haben über die Abschaffung des Friedhofszwangs, digitale Trauerarbeit im Internet und die möglichen Folgen mit dem Kulturforscher Norbert Fischer gesprochen.

Norbert_Fischer, Norbert_Fischer, www-n-fischer-deVieles von dem, was an Trauer früher auf dem Friedhof praktiziert wurde, findet inzwischen auch im Internet statt.Norbert Fischerforscht an der Universität Hamburg zu der Bedeutung von Friedhofen und ihrem Wandel | Foto: Norbert Fischer. 

Redaktion: Maria Mathias.