Stadtgespräch | G7 – Außenministertreffen in Lübeck

Ausnahmezustand in Lübeck

14.04.2015

Lübeck im Ausnahmezustand: 3.500 Polizisten sind vor Ort, um das Treffen der G7-Außenminister abzusichern. Die speziellen Sicherheitszonen, die nur mit Ausweis passierbar sind, gefallen nicht allen Lübecker Bürgern. Das Stadtgespräch.

In Lübeck treffen sich am 14. und 15. April die Außenminister der G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und der USA, um den G7 Gipfel der Staats – und Regierungschefs im Juni im oberbayrischen Elmau vorzubereiten. Neben den Vorbereitungen wird auch der Ukraine-Konflikt ein Thema sein. Die G7 ist keine internationale Organisation, sondern ein informelles Forum der Staats- und Regierungschef.

Aus G8 wird G7

Bis zum 24. März 2014 bestand das informelle Forum der Staats- und Regierungschefs aus acht Staaten – die G7 plus Russland. Nachdem allerdings Russland die Krim annektierte, beschlossen die restlichen Staats- und Regierungschefs, im März 2014  nicht wie geplant zum G8-Gipfel nach Sotschi zu reisen, sondern sich stattdessen zu einem G7-Gipfel ohne russische Beteiligung zusammenzufinden.

An dem G7-Außenministertreffen in Lübeck nimmt Russland also nicht teil, was im Vorfeld zu Kritik geführt hat. Allerdings trafen sich die Außenminister aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine bereits am Montagabend und einigten sich zumindest auf eine Erklärung zur Entschärfung des Ukraine-Konflikts.

Gegendemonstrationen und Sicherheitszonen

G7-Gipfel werden stets auch von Gegendemonstrationen begleitet. Auch in Lübeck rief das Bündnis „Stop G7“ im Vorfeld zu Kundgebungen auf. Die Polizei reagierte mit einem Aufgebot von 3.500 Mann und speziellen Sicherheitszonen, die nur Anwohner betreten dürfen, nachdem sie ihren Ausweis vorgezeigt haben.

detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler hat im Stadtgespräch Josephine von Zastrow von den Lübecker Narichten gefragt, wie sich die Stadt Lübeck auf das Außenministertreffen einstellt und was die Lübecker Bürger über den Ausnahmezustand in ihrer Stadt denken.

ONInnerhalb der Stadt ist die Polizei, ich würde mal sagen, fast in jeder Altstadtgasse präsent. Man sieht die großen Einsatzfahrzeuge, man sieht die Kennzeichen NRW und Bayern - also die ganze Republik ist hier polizeilich offensichtlich vertreten.Josephine von Zastrowist Journalistin bei den Lübecker Nachrichten. Foto: privat 

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Redaktion: Lisa Hänel