Stadtgespräch: Hamburg – Ein Zaun gegen Obdachlose wird zum Politikum

04.10.2011

18.000 Euro kostete ein Zaun, der Obdachlose in Hamburg vom Hausen unter einer Brücke fernhalten sollte. Nach nur zehn Tagen wurde der Zaun wieder entfernt. Eine Bestandsaufnahme.

Obdachlose gehören vielerorts zum Stadtbild. An der Kersten-Miles-Brücke in Hamburg sollte ein Stahlzaun sie vertreiben. Foto: © Anna-Lena Ramm/ pixelio.de

In direkter Nachbarschaft zu den Landungsbrücken wurde vor zwei Wochen der „Anti-Obdachlosen-Zaun“ im Hamburger Stadtteil St. Pauli aufgestellt. Mit dem 18.000 Euro teuren Gitter sollten Obdachlose davon abgehalten werden unter der Kersten-Miles-Brücke zu übernachten. Markus Schreiber (SPD), Chef des Bezirksamts Mitte, begründete die Maßnahme mit Beschwerden von Anwohnern und Touristen.

schreibt für die taz Hamburg.Daniel Kummetzschreibt für die taz Hamburg. 

Der Zaun wurde auch über die Grenzen der Hansestadt hinaus zum Aufreger. Großer Protest aus der Hamburger Bevölkerung hat dazu geführt, dass der Stahlzaun am vergangenen Wochenende nach nur zehn Tagen wieder entfernt werden musste. Nicht nur von Seiten der Hamburger Bevölkerung, sondern auch von Vertretern aller Parteien hagelt es derweil Kritik an Schreibers hartem Durchgreifen gegen die Obdachlosen.

Wie mit den Obdachlosen an der Kersten-Miles-Brücke weiter verfahren wird, das soll ein „runder Tisch“, bestehend aus Vertretern von Parteien, Polizei und verschiedenen Interessengruppen, nun entscheiden.

Über den aktuellen Stand der Verhandlungen und das Verhältnis der Hamburger zu den Obdachlosen in der Hansestadt sprechen wir mit Daniel Kummetz von der taz Hamburg im „Stadtgespräch“.

Das „Stadtgespräch“ wird präsentiert von LUUPS-Liebe deine Stadt-auch in Hamburg erhältlich.

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